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Überalterung erreicht Verwaltung Ganderkeseer Rathaus setzt verstärkt auf Ausbildung

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 11.07.2018, 17:32 Uhr

Ganderkesees Verwaltung droht angesichts der demografischen Entwicklung ein Personalengpass. Immer mehr Mitarbeiter gehen in Rente. Verstärkte Ausbildung soll die Reihen rechtzeitig füllen helfen.

In den kommenden Jahren wird der personelle Aderlass für Ganderkesees Verwaltung überdurchschnittlich ausfallen: Verstärkt kommen nun nämlich Mitarbeiter aus geburtenstarken Jahrgängen ins Rentenalter und gehen in den Ruhestand. Um dem sich abzeichnenden Personalengpass rechtzeitig vorbeugen zu können, setzen die Verantwortlichen auf vermehrte Ausbildung und auf die langfristige Bindung neuer Fachkräfte.

„Unser Ziel ist es, möglichst viel selbst auszubilden und unseren jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch für die Zeit danach Perspektiven aufzuzeigen“, betont Bürgermeisterin Alice Gerken.

So viele Mitarbeiter hatte die Administration noch nie

Schon jetzt ist die Zahl der Einstellungsverfahren stark angestiegen: „Von 31 in 2015 auf 68 in 2017“, berichtet Mathias Meyer, Fachdienstleiter Finanzen und Personal im Rathaus. „Das hängt aber natürlich ganz stark mit dem Ausbau der Kinderbetreuung zusammen“, erklärt er.

Laut aktuellen Zahlen ist die Gemeindeverwaltung derzeit für 413 Beschäftigte, 163 von ihnen im Rathaus, Arbeitgeberin.

So viele Mitarbeiter hatte die Administration damit noch nie. Der erste Nachtragshaushalt der Gemeinde für 2018 listet einen Stellenzuwachs von 11,87 Stellen auf.

Überhang an weiblichen Beschäftigten

Unübersehbar sei der klare Überhang an weiblichen Beschäftigten, so Meyer: „Wir haben viel mehr Frauen als Männer, nicht nur in den Kitas, sondern auch in der Verwaltung.“

Unter ihnen sind auch vier Mitarbeiterinnen, die gerade ihre neuen Stellen angetreten haben: Aus dem eigenen Nachwuchs stammt Isabell Hillmann. Die 19-Jährige hat ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten abgeschlossen. Sie wird zunächst im Bürgerbüro tätig sein. Anna Radecke kann bei der Gemeinde bereits auf mehrere Stationen zurückblicken. Die 30-Jährige wird sich im Bürgerbüro vor allem um die Grundabgaben und Hundesteuer kümmern. Anna Golk hat ihre Ausbildung bis vor Kurzem bei der Gemeinde Stuhr absolviert. Ursprünglich war die 27-Jährige in einem ganz anderen Bereich tätig – sie ist auch diplomierte Sport- und Gesundheitstrainerin. Ihr Schwerpunkt im Bürgerbüro liegt im Bereich Zulassung und Meldewesen. Ihre Ausbildung auf zwei Jahre verkürzen konnte Louisa Schumacher. Die 23-Jährige wird bald ein duales Studium zur Verwaltungsfachwirtin antreten.

Die Familienplanung führe oft zu einem Teilzeitwunsch, mehr Teilzeitstellen würden aber auch einen höheren Raumbedarf bedeuten, führt Meyer an: „Hier wollen wir die Themen Home-Office und Telearbeit stärker in Angriff nehmen, um gerade auch Eltern den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu erleichtern“, blickt er voraus.

Gute Aufstiegsmöglichkeiten

Für die demografische Herausforderung sieht Bürgermeisterin Gerken die Gemeinde recht gut aufgestellt. „Wir haben als Arbeitgeber eine attraktive Größe. Aber wir bieten auch genügend Möglichkeiten zum Aufstieg.“

Drei Azubis werden 2019 ihre Verwaltungsausbildung beginnen. Das Bewerbungsverfahren läuft nach den Sommerferien an.