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Übung beim Golfclub DLRG-Taucher fischen Golfbälle aus Teichen in Hude

Von Reiner Haase | 23.03.2015, 15:56 Uhr

Die Rettungstaucher der DLRG Ganderkesee haben am Sonntag erstmals den Huder Golfclub als Übungsgelände genutzt. Aus Wasserhindernissen wurden zahllose Golfbälle ans Tageslicht geholt.

Wusch – und platsch: Golfer haben es gar nicht gern, wenn der Ball nicht auf dem Grün rund ums Loch und auch nicht wenigstens im sandigen Bunker landet, sondern im Wasserhindernis. Solche Fehlschläge sind Steilpässe für die Rettungstaucher der DLRG Ganderkesee. Sie haben am Sonntag Übungsstunden an einige der neun Teiche auf dem Gelände des Golfclubs Hude an der Hurreler Straße verlegt und viele hundert kleine Plastikkugeln wieder ans Tageslicht geholt.

Ein Taucher im Wasser, zwei Sicherungsleute an Land

Ein Grad Luft- und acht Grad Wassertemperatur beim Start am dritten Sonntag im März um 9 Uhr – solche Werte schocken die Wasserretter nicht. Neoprenanzüge einschließlich einer Kopfhaube und einer Vollmaske halten die Körpertemperatur auch bei langen Tauchgängen. Und die waren auf dem Golfplatz in Hude auch vonnöten. „Die Bälle stecken tief im Modder und sind kaum zu finden“, berichtet Kristoff Braun, als er auftaucht und Christian Hasler einen gut gefüllten Korb zureicht. Braun, Hasler und Heiko Girke bilden einen von zwei Trupps der Ganderkeseer Rettungstaucher, die am Sonntag die Chance zum Üben nutzen. Andere Bereiche der Wasserhindernisse suchen Isabell Ridder, Michael Thomas, Daniel Genke und Kevin Pschenitschni ab. Drei Leute werden mindestens gebraucht, um einen Tauchtrupp zu bilden: Ein Taucher unter Wasser sowie ein Leinenführer und ein Sicherungstaucher an Land – das ist die Norm nach den Vorschriften des Gemeindeunfallversicherungsverbands (GUV). „Der Sicherungstaucher hilft dem Taucher unter Wasser, wenn dieser in Not gerät“, erklärt Thomas.

Leine wird zur Kommunikation genutzt

Die Leine wird nicht nur angelegt, um den Taucher im Notfall an Land zu ziehen, sie ist laut Girke auch ein Kommunikationsmittel. „Weiter rechts, links, nach vorne, zurück“ – das sind Befehle des Leinenführers, die der Taucher unter Wasser versteht, natürlich auch das Zeichen für „Auftauchen“. „Wenn man in einem so moddrigen Gewässer ohne jegliche Sicht wie hier unter Wasser arbeitet, sind die Leinenzeichen eine große Hilfe“, berichtet Thomas, „in absoluter Dunkelheit verliert man leicht die Orientierung.“ Seit dem vergangenen Jahr verfügt die DLRG Ganderkesee zusätzlich über Tauchtelefone.

Warme Mahlzeit Lohn der Arbeit

„Eine Hand wäscht die andere“ lautete am Sonntag die Devise. Der Golfclub hat zahllose Bälle zurückbekommen, die Taucher zwischendurch eine warme Mahlzeit im Club-Restaurant. Außerdem können die DLRG-Aktiven etliche der zehn halbstündigen Tauchgänge abhaken, die der GUV für den Erhalt der Rettungstaucher-Lizenz vorschreibt.