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Umsatzeinbußen von bis zu 70 Prozent Ganderkeseer Kaufleute leiden unter Straßensperrung

Von Thorsten Konkel | 22.06.2015, 19:26 Uhr

Die Grüppenbührener Straße bleibt wohl noch bis zum 2. Juli im Bereich des Bahnübergangs gesperrt. Kaufleute beklagen schon jetzt kräftige Umsatzeinbußen.

Die anhaltende Sperrung der Grüppenbührener Straße an der Einmündung zur Raiffeisenstraße sorgt Kaufleute im Ortskern. Die Gewerbetreibenden beklagen teils beträchtliche Umsatzverluste. Tankstellenpächterin Angelika Jaursch leidet besonders unter dem wochenlangen Fehlen des Durchgangsverkehrs. Die Shell-Station liegt direkt an der Grüppenbührener Straße/Ecke Raiffeisenstraße.

„Totentanz“ an der Tankstelle

„Unter der Woche finden meist nur einige Stammkunden sowie Kunden mit Tankkarte zu uns. Am Wochenende herrscht hier ,Totentanz’, die Laufkundschaft fehlt“, erläutert sie. Dies betreffe nicht nur den Kraftstoffabsatz. „Auch das Geschäft im Shop mit Waren, die sonst nach dem Ladenschluss der Supermärkte gekauft werden, ist stark rückläufig“, beklagt sie. Die Folge: Umsatzeinbußen von bis zu 70 Prozent in der Tankstelle an der Baustelle.

Stammkunden bei Inkoop

Gelassener geht Bernd Oetken, Geschäftsführer der Inkoop-Märkte, mit den Bauarbeiten um. „Man bemerkt zwar schon einen geringeren Umsatz in unserem Markt an der Raiffeisenstraße 1, allerdings leben wir vom Stammkundengeschäft“, sagt er. Diese Kunden folgten der Umleitungsstrecke und hielten dem Markt trotz der Straßenbauarbeiten die Treue. „Sie kennen das ja alljährlich vom Fasching, denn dann ist der Markt ja auch vom Kreuzungsbereich der Grüppenbührener Straße nicht erreichbar“, erklärt Oetken.

Famila sieht keinen Anlass zur Sorge

„Die Baustelle an der Grüppenbührener Straße führt bei uns aktuell nicht zu nennenswerten Rückgängen bei den Kundenzahlen, da der Famila-Markt trotz der Baustelle erreichbar ist“, sagt Helen Drieling, Presserefentin der Büntig-Gruppe. Darum plane Famila auch keine besonderen Verkaufsaktionen während der Baustellenzeit.

Kauflaune sinkt

Eine geringere Kauflaune bei ihrer Kundschaft verspüren dagegen die innerörtlichen Gewerbetreibenden, die in der Werbegemeinschaft GanterMarkt organisiert sind: „Wir verzeichnen einen leichten Rückgang beim Absatz von Kleidung und Brillen“, berichtet GanterMarkt-Vorsitzender Timo Vetter. Allerdings könne das auch am Wetter liegen. „Es lädt ja nun auch nicht gerade dazu ein, Sommerware zu kaufen“, sagt er. Während die Kaufleute immerhin mit Abverkaufsaktionen den Umsatz anheizen könnten, ist eine Preisreduzierung für Angelika Jaursch keine Option: „Die Kraftstoffpreise werden von der Zentrale festgesetzt, wir haben überhaupt keinen Einfluss darauf“, betont sie.

Bauverzögerung

Mit der fortgesetzten Sperrung der Grüppenbührener Straße sowie des Teilabschnitts der Raiffeisenstraße müssen sich die Ganderkeseer nun wohl noch bis zum 2. Juli abfinden. Grund sind nach Auskunft von Gemeinde-Sprecherin Meike Saalfeld die erst im Laufe der Bauarbeiten entdeckten Entwässerungs- und Versorgungsleitungen. Darum könne nun auch der Asphalt für die Kreuzung erst später aufgetragen werden.