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Umstellung auf Winterzeit Risiko für Wildunfälle im Landkreis steigt deutlich

Von Thorsten Konkel | 21.10.2015, 13:04 Uhr

Vor allem auf Berufspendler sieht Erich Kreye, Kreisjägermeister des Landkreises Oldenburg, in den kommenden Tagen ein deutlich erhöhtes Risiko für Wildunfälle zukommen: Grund ist neben der gerade laufenden Maisernte vor allem die Umstellung auf die Winterzeit.

Für Verkehrsteilnehmer und vor allem für Berufspendler steigt in den nächsten Tagen das Risiko für Wildunfälle deutlich an. Das erklärt Erich Kreye, Kreisjägermeister des Landkreises Oldenburg, mit Blick auf die am Sonntag, 25. Oktober 2015, anstehende Umstellung auf die Winterzeit.

Zeitumstellung berücksichtigen

„Der Berufsverkehr ist nach der Zeitumstellung in der Dämmerung unterwegs, weil es früher dunkel wird“, sagt Kreye. Doch gerade Wildtiere seien auch in dieser Phase aktiv und kreuzten die Straßen. Erhöhte Aufmerksamkeit sei auch wegen der jetzt laufenden Maisernte geboten.

Rehe irren umher

„Innerhalb weniger Stunden verlieren gerade Rehe, die sich sehr häufig über einen längeren Zeitraum im Mais aufhalten, weil sie dort Deckung und Nahrung finden, ihren angestammten Einstand“, sagt Kreye.

„Wenn man es vergleichen will, dann ist es in etwa so, als wenn einem Menschen die

Wohnung einschließlich Kühlschrank wegnimmt“, erklärt der Kreisjägermeister.

„Darum ist das Wild plötzlich gezwungen, sich eine neue Bleibe zu suchen“, sagt Kreye.

Dabei sei die Gefahr, mit einem Kraftfahrzeug zusammenzustoßen, bei der Straßendichte im Kreis Oldenburg natürlich recht hoch, warnt er.

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Schwere Unfälle mit Damwild

In den Bereichen im Kreisgebiet, wo Damwild vorkommt, sei auch vor allem in der Paarungszeit, die von Mitte Oktober bis Anfang November andauert, mit dieser Wildart auf den Straßen zu rechnen. „Aufgrund der Größe dieser Tiere sind die Folgen nach einem Zusammenprall sehr oft schwerwiegend“, sagt Kreye.

Wieder mehr Wildunfälle

Polizei, Kreisverkehrswacht und die Jägerschaft befürchten nach ersten Erhebungen, dass die Zahl der Wildunfälle 2015 wieder ansteigt: „Im ersten Halbjahr 2015 gab es im Landkreis Oldenburg bereits 391 Wildunfälle, im Gebiet der Stadt Delmenhorst waren es lediglich zehn“, sagt der Polizeisprecher, Kriminalkommissar Markus Hausenblas.

Dringender Appell zur Vorsicht an Autofahrer

„Um die hohe Zahl der Wildunfälle, die immerhin annähernd 30 Prozent der Gesamt-Unfallzahlen ausmachen, zu senken, kann immer wieder nur an die Fahrzeugführer appelliert werden, sich besonders aufmerksam zu verhalten“, beteuert Erich Kreye.

Dort, wo Wald ist und an Stellen, die durch Verkehrszeichen auf Wild hinweisen, sollte vorausschauend mit entsprechender Geschwindigkeit gefahren werden. Das gelte insbesondere für die letzten drei Monate im Jahr.

Viertes Quartal besonders unfallträchtig

„Oktober, November und Dezember sind – für Verkehrsteilnehmer und Wildtiere – die gefährlichste Zeit im Jahr“, sagt Kreye und belegt dies auch statistisch.

„In den letzten zehn Jahren wurde in den Monaten Juli, August und September 574 beziehungsweise 466 und 478 Wildunfälle polizeilich registriert, während es im Oktober,

November und Dezember Anstiege auf 794, 1023 und 966 zu verzeichnen gab. In über 90 Prozent der Kollisionen sind Rehe beteiligt“, berichtet der Kreisjägermeister.