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Umwelt im Landkreis Oldenburg Artenschwund rückt Biene und Blüte ins Blickfeld

Von Reiner Haase | 01.11.2018, 20:18 Uhr

Die Wildbiene ist zum Indikator der Artenvielfalt geworden. Die Grünen fordern den Landkreis Oldenburg auf, förderfähige Projekte zu entwickeln und mehr zu investieren.

Im Kreishaus in Wildeshausen wird am letzten Freitag im März 2019 ein „Markt der Möglichkeiten“ für den Erhalt der Artenvielfalt aufgebaut. Das kündigte Eva-Maria Langfermann, die Leiterin der Naturschutzbehörde im Kreishaus, am Dienstag im Umweltausschuss des Kreistags an. Unter anderem sollen Eigentümer darüber informiert werden, was in Privatgärten gegen das Insektensterben getan werden kann. „Wir geben am 29. März den Startschuss für das Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung“, betonte Langfermann.

Bundesprogramm anzapfen

Für die Grünen sind der Schwund der Artenvielfalt und das Insektensterben dramatisch geworden. Ihr Sprecher Dr. Reinhold Schütte forderte den Landkreis auf, sich auf eigenen Flächen stärker zu engagieren und in diesem Sinne auf die Kommunen im Landkreis einzuwirken. Für Projekte sollte Geld aus dem Bundesprogramm eingeworben werden, das mit Kreismitteln aufgestockt wird. „Ich bezweifle, dass die 10.000 Euro reichen, die wir im Haushalt 2018 hatten“, so Schütte.

150 Hektar Blühstreifen

Besonders in den Fokus gerückt ist die Wildbiene als Bestäuber von blühenden Pflanzen. Armin Köpke (CDU) erinnerte daran, dass in diesem Jahr laut Kreislandvolk 180 Landwirte auf 150 Hektar Fläche und mit Unterstützung des Biotopfonds der Kreisjägerschaft Blühstreifen eingesät haben.

Geringe Artenvielfalt

Der Diplom-Biologe Rolf Witt hat in diesem Jahr im Auftrag des Landkreises eine Fläche im Huntloser Moor bei Döhlen hinsichtlich des Vorkommens von Wildbienen, Grabwespen und Hummeln erkundet und auch noch kurze Stippvisiten in ein Biotop der Jägerschaft an der Holler Landstraße in Wüsting gemacht. Der extensiv bewirtschaftete Acker in Döhlen habe sich als besserer Lebensraum für die Hautflügler entpuppt als das Naturdenkmal in Wüsting, berichtete er. Die Artenvielfalt sei allerdings viel geringer gewesen als in der Steller Heide und auf dem Pestruper Gräberfeld.

Mahd verstopft Futterquellen

Witt hatte Tipps parat: Wo es grünt und blüht, nicht in Gänze mähen, sondern in Streifen. Und Treckerspuren nicht beseitigen, weil die Hautflügler bloße Flächen fürs Graben ihrer Nester benötigen. Ein enges Netz blühender Flächen sollte es sowieso sein, denn anders als die Honigbiene hat die Wildbiene nur einen Aktionsradius von wenigen hundert Metern.