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Umweltausschuss in Ganderkesee „Orgie an Unterschutzstellungen von Bäumen“

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 24.08.2017, 18:58 Uhr

Beim Thema Unterschutzstellung von Bäumen hat sich der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz am Mittwochabend in zwei gleich große Lager gespalten – auf der einen Seite SPD und Grüne als Befürworter, auf der anderen CDU, FDP, UWG und Freie Wähler als Gegner. Am Ende stand es bei den insgesamt fünf Stimmabgaben jeweils sechs zu sechs. Und das heißt: keine Empfehlung für den besonderen Schutz der aufgelisteten 28 Bäume.

Mit diesem Votum geht es am 14. September in den Verwaltungsausschuss. Der könnte allerdings auch anders entscheiden.

CDU grundsätzlich gegen Unterschutzstellung

Zuvor hatte Günter Westermann (CDU) deutlich gemacht, dass seine Fraktion grundsätzlich gegen die Unterschutzstellung von Bäumen auf privaten Grundstücken stimmen werde. Seine Begründung: Das sei ein Eingriff in den privaten Bereich. Anschließend stellte er den Antrag, künftig im Privatbereich ganz auf Unterschutzstellungen zu verzichten. Diesem Antrag folgten seine Fraktionskollegen, FDP, UWG und Arnold Hansen, Fraktionschef der Freien Wähler, der „die Orgie an Unterschutzstellungen“ nicht unterstützen wollte und bei den Bäumen keine herausragenden Merkmale sah, um sie zu schützen. SPD und Grüne sahen das anders, sprachen von „speziell ausgesuchten Bäumen, die zum Teil auch das Ortsbild prägen“, so Michael Sorg (Grüne), und kippten den Antrag mit einem Stimmenverhältnis von sechs zu sechs. Das bedeutete: Einzelabstimmung.

Einzelabstimmungen erforderlich

Heinz-Peter Häger (SPD) räumte zwar ein, dass insgesamt sechs der aufgelisteten Bäume durchaus gefällt werden könnten. Das überzeugte CDU, FDP, UWG und Freie Wähler aber nicht, sodass es bei allen Einzelabstimmungen ebenfalls sechs zu sechs ausging und dadurch die Unterschutzstellungen abgelehnt wurden. Dabei handelte es sich im Einzelnen um Bäume auf folgenden Grundstücken: Hauptstraße 45c in Falkenburg, Zur Wassermühle 15 und Neue Straße 13 in Elmeloh, Nutzhorner Straße 10a in Bookholzberg, Kehnmoorweg 55 in Stenum sowie Birkenweg 28 und 30 in Rethorn.