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Umweltausschuss in Ganderkesee Rethorner See-Anlieger sauer nach Beschluss über Schwanenteich

Von Thomas Deeken | 16.01.2019, 22:21 Uhr

Die Mitglieder des Ganderkeseer Ausschusses für Landwirtschaft und Umweltschutz wollen Schwanenteich, Kamerner See und Kamerner Bäke in Rethorn näher untersuchen lassen. Die Anwohner sind verärgert und vermissen den Dialog.

Die Mitglieder des Ganderkeseer Umweltausschusses haben sich am Mittwochabend mit deutlicher Mehrheit für drei Vorschläge ausgesprochen, um am Ende die Qualität des mit Gülle und anderen Nährstoffen belasteten privaten Schwanenteichs und des gemeindeeigenen Kamerner Sees in Rethorn verbessern zu können. Vorausgegangen waren zahlreiche Fragen von verärgerten Anwohnern der Gewässer in der Einwohnerfragestunde und eine lange Diskussion unter den einzelnen Fraktionen.

Gesamtsystem bleibt vorerst

Bei vier Enthaltungen der CDU stimmten neun Ausschussmitglieder dafür, das Gesamtsystem des Kamerner Sees und der Kamerner Bäke mit ihren Verbindungen und ihren Zu- und Abflüssen zurzeit nicht zu verändern. Außerdem waren sich ausnahmslos alle einig, dass am Oberlauf der Bäke ein neuer Sandfang angelegt werden müsse, um die Gefahr der Verschlammung des Teichs weiter einzugrenzen. Darüber hinaus sprachen sich zwölf Politiker dafür aus, Angebote geeigneter Fachbüros für die Gesamtbetrachtung der Gewässersituation einzuholen, die vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) empfohlen wurde. Nur Volker Schmidt von den Freien Wählern war dagegen.

Genaue Untersuchung vorgeschlagen

Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, informierte zunächst über die Ortsbegehung am 5. November 2018 mit einer Vertreterin des NLWKN, die eine genaue Untersuchung mit monatlichen Proben aus dem Kamerner See und der Bäke vorschlug. Das solle zusätzlich auch für den Schwanenteich gelten, ergänzte Meyer. Geschätzte Kosten für die Analytik, die insgesamt über ein Jahr gehen soll: rund 30.000 Euro.

Busch: Verursacher sollte zahlen

Mit dieser Summe konnten sich Günter Westermann (CDU), der 5000 Euro zur Verfügung stellen würde, Jürgen Struthoff (FDP) und Schmidt überhaupt nicht anfreunden. Dagegen erklärte Werner Brakmann (SPD): „Für 5000 Euro gibt es keine Analyse, die uns schlauer macht.“ Und Thorsten Busch (UWG) wollte lieber, dass der Verursacher zur Kasse gebeten werde und nicht die Gemeinde. Das sah Fachbereichsleiter Meyer problematisch. Es könnten immer mal belastende Stoffe über die Bäke transportiert werden. Wichtig sei, dass die Landwirtschaft dort ordnungsgemäß und im Rahmen der geltenden Gesetze geführt werde.

Erst untersuchen, dann entscheiden

Einig waren sich alle, dass großer Handlungsbedarf besteht. „Eine Untersuchung ist sinnvoll. Und dann sollten wir entscheiden, was zu tun ist“, fasste Michael Sorg (Grüne) zusammen.

Für Sandfang, gegen Bäke-Umleitung

Erste Empfehlungen hat es übrigens schon nach der Ortsbegehung im November gegeben – ganz klar für einen Sandfang, der allerdings keine Nährstoffe abhält, und gegen eine Umleitung der Bäke.

Anwohner verärgert

„Wir sind aber gegen den Zufluss der Bäke in unseren Schwanenteich“, sagte Anwohner Markus Haferkorn nach der Sitzung gegenüber unserer Zeitung. Der Befürchtung, der See könne dann versumpfen, entgegnete er, dass ohnehin schon Wasser aus dem Kamerner See in den kleinen Teich gepumpt werde. Im Übrigen seien er und andere Anlieger über den Verlauf der zurückliegenden Ausschusssitzungen sehr verärgert. Wie die gelaufen seien, sei eine Farce. Kritik übte er außerdem daran, dass es seitens der Verwaltung keinen Dialog mit den Anwohnern gegeben habe und dass das Gutachten des Labors für Chemische und Mikrobiologische Analytik (Lafu), das die Fäkalienbelastung im Teich bestätigt habe, vom Großteil der Politiker ignoriert worden sei.