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Umweltausschuss tagt in Ganderkesee Lösung im Streit um Gülle im Schwanenteich gesucht

Von Thomas Deeken | 14.01.2019, 18:43 Uhr

Im Ganderkeseer Umweltausschuss kommt das strittige Thema Kamerner See und Schwanenteich auf den Tisch. Jetzt werden Lösungen gesucht, um die Wasserqualität nicht weiter zu belasten beziehungsweise um sie zu verbessern.

Die Ganderkeseer Gemeindeverwaltung und die Politik suchen weiterhin nach einer Lösung im Streit zwischen den Anliegern des Schwanenteichs in Rethorn und dem Landvolk. Ausgelöst wurde der Ärger wegen starker Geruchsentwicklungen und durch ein Fischsterben im Oktober 2017, für das die Anwohner des kleinen Gewässers zwischen Schwanen-, Reiher- und Karpfenweg die Landwirtschaft wegen Gülle-Zulauf verantwortlich machten. Jetzt kommt das Thema erneut auf den Tisch: Am Mittwoch, 16. Januar, soll es dann im Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz um eine „Gesamtbetrachtung Kamerner See“ gehen, der in unmitttelbarer Nachbarschaft zum Schwanenteich liegt. Beginn der Sitzung ist um 18 Uhr im Rathaus.

Schlagabtausch zwischen Grünen und CDU

Zuletzt hatte es im Umweltausschuss vor allem einen Schlagabtausch zwischen Dr. Volker Schulz-Berendt, Fraktionschef der Grünen, und CDU-Ratsherr und Landwirt Cord Schütte gegeben. Der Grünen-Politiker hatte sich mit seinen Fraktionskollegen den See vor Ort angesehen, mit den Anwohnern diskutiert und damals aufgrund des Gutachtens eines Umweltlabors betont: „Der Sandfang muss gereinigt und der Gülle-Zulauf gestoppt werden.“ Schütte hatte dadurch eine klare Attacke der Grünen gegen einen Rethorner Landwirt gesehen, der sich eigenen Angaben zufolge angesprochen fühlen musste, weil er der einzige Vollerwerbslandwirt in unmittelbarer Nähe sei, aber nicht schuldig sei. Daraufhin betonte der Grünen-Ratsherr: Es gehe nicht darum, „einem Landwirt an die Karre zu fahren“, sondern eine Lösung zu finden. Dabei unterstrich er die Position seiner Fraktion: „Wasser aus der Bäke darf nicht in die anderen Gewässer fließen.“

Bäke durch Teich und See

Zur Information: Die Kamerner Bäke kommt aus Richtung Bookholzberg und fließt anfangs durch den Schwanenteich, danach in den deutlich größeren Kamerner See, unter der Bahnlinie hindurch und östlich Richtung Schierbrok. Über diesen Wasserlauf sollen, so der Vorwurf der Anwohner und der Grünen, landwirtschaftliche Nährstoffe, kurz: Gülle, in den Teich geflossen sein. Kurz vor dem See gibt es zwar eine Art Sandfang. Der fängt allerdings keinen Sand ab und mögliche Nährstoffe auch nicht, wie alle Parteien feststellten.

Inzwischen Ortsbegehung

Inzwischen hat es laut Verwaltung eine Ortsbegehung des gesamten Bereichs mit einer Vertreterin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gegeben, die sich für eine genaue Untersuchung von Bäke und Seen ausgesprochen hat. Erste Erkenntnisse für die Verwaltung: Eine Umlegung und Vorbeiführung der Kamerner Bäke am Hauptsee verbiete sich – „und eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung der Flächen im Einzugsgebiet der Kamerner Bäke ist für die Bestandssicherung nötig“. Darüber hinaus soll am Oberlauf der Bäke ein neuer Sandfang angelegt werden. Entscheidungen aber trifft die Politik.

Weitere Themen

Weitere Themen auf der Tagesordnung des Ausschusses: Gewässerrandstreifenprogramm (Auswahl von Gewässerabschnitten), Bekämpfung des Riesenbärenklaus auf stark betroffenen Privatgrundstücken und Wegeseitenrandprogramm.