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Umweltausschuss vertagt Votum Baumschutz bleibt ein Reizthema in Ganderkesee

Von Dirk Hamm | 24.01.2018, 23:14 Uhr

Die Frage, wie weit die Gemeinde zum Erhalt von schützenswerten und landschaftsprägenden Bäumen in die Rechte von Grundstückseigentümern eingreifen darf, wird die Politik in Ganderkesee noch weiter beschäftigen.

Der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz hat am Mittwochabend eine Abstimmung zu diesem Thema auf eine spätere Sitzung vertagt. Die Ausschussmitglieder folgten einstimmig dem Antrag von SPD und Grünen, die noch weiteren Beratungsbedarf anmeldeten.

Der Vorschlag, der ursprünglich zur Abstimmung stand, lautete: „Bäume auf privaten Grundstücken werden zukünftig grundsätzlich nicht mehr durch Aufstellung von Satzungen nach dem Naturschutzrecht als geschützte Landschaftsbestandteile unter Schutz gestellt.“

Im vergangenen September waren in einer intensiven Ratsdebatte die Argumente von Befürwortern und Gegnern einer Unterschutzstellung naturschutzrechtlich wertvoller Bäume aufeinandergeprallt. Es ging um den Schutzstatus von 28 Bäumen auf Privatgrundstücken im Gemeindegebiet.

In ihren Anträgen forderten CDU und UWG nun, künftig auf das Instrument der Unterschutzstellung zu verzichten. Darüber hinaus wollen die Christdemokraten bereits unter Schutz gestellten Bäumen den Schutzstatus entziehen.

Dass das Thema eine große Brisanz birgt, zeigte sich zu Beginn der Sitzung in der Einwohnerfragestunde. Auch hier traten sehr unterschiedliche Sichtweisen zutage. Helmut Weete aus Stenum beklagte, dass der Bebauungsplan 27 in dem Ortsteil verbiete, Bäume ab einer bestimmten Größe zu fällen und forderte, eine solche Entscheidung den Grundstückseigentümern zu überlassen.

Ein anderer Fragesteller hingegen zeigte sich entsetzt über das Abholzen eines Wäldchens an der Adelheider Straße und prognostizierte, dass künftige Generationen den Anblick alter, markanter Bäume nicht mehr erleben würden.

Auf Antrag der Freien Wähler sprach sich der Umweltausschuss gegen die Stimmen der CDU dafür aus, die Verwaltung zu beauftragen, ein kostenloses Faltblatt mit Informationen zum Baumschutz zu erstellen.