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Umweltdelikt in Ganderkesee Hemmschwelle für illegale Abfallentsorgung sinkt

Von Thorsten Konkel | 02.11.2018, 17:12 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Nach der illegalen Entsorgung einer großen Menge an Müll und Möbeln auf einem Feld am Fahrener Weg in Ganderkesee hat die Kreisverwaltung jetzt die Abholung der Möbelstücke, Klappstühle, Kleidung, Matratzen und Müllsäcke verfügt.

Unterdessen ermittelt die Polizei weiter nach den Verursachern. Hinweise zu dem Umweltdelikt nehmen die Beamten in Wildeshausen unter (04431) 941-115 entgegen.

„Am Donnerstag ist der Auftrag zur Abholung des Mülls an eine Entsorgungsfirma herausgegangen“, sagte Uwe Dölemeyer, beim Kreis stellvertretender Leiter des Amts für Bodenschutz und Abfallwirtschaft, am Freitag auf Nachfrage unserer Zeitung. Sollten Verursacher ermittelt werden, so tragen sie die Kosten, betonte er.

Denn nach dem niedersächsischen Abfallgesetz obliege es dem Landkreis Oldenburg als öffentlich-rechtlichem Entsorgungsträger, Abfälle, die im Wald oder in der freien Landschaft verbotswidrig lagern, aufzusammeln und zu entsorgen.

734 Mal rücksichtslos Müll in der Landschaft entsorgt

Die Hemmschwelle, seinen Unrat einfach irgendwo abzukippen, sinkt offenbar: Im Jahr 2017 verzeichnete der Landkreis 734 solcher illegalen Müllentsorgungen, ist im jüngsten Abfallwirtschaftsbericht der Kreisverwaltung nachzulesen. Noch vor einigen Jahren seien es lediglich 500 Fälle gewesen, führte Dölemeyer an.

Immerhin entspreche das jüngste Ergebnis gegenüber 2016 einem Rückgang um knapp vier Prozent.

Lediglich in 160 Fällen konnten die Täter im letzten Jahr ermittelt werden. Für den Rest kam die Allgemeinheit gezwungenermaßen auf: Die Beseitigung des Abfalls, die Einleitung von Ordnungswidrigkeits- und Strafverfahren sowie das Verteilen von Infomaterial schlugen mit rund 26000 Euro zu Buche.

Einige Bürger zeigten sich nach Aufforderung durch den Kreis einsichtig und beseitigten ihren Abfall selbst legal

Müllsäcke und Sperrmüll in die Landschaft geworfen

Kreisweit wurden 2017 am häufigsten Müllsäcke und Sperrmüll unerlaubt entsorgt. Die hohe Zahl der Sperrmüllablagerungen ist deshalb bemerkenswert, da im Kreis keine Gebühr für die Sperrmüllabholung erhoben wird. Eine Abfuhr ist einmal im Jahr bis zur Menge von drei Kubikmetern gebührenfrei. Dazu gibt es für private Anlieferer noch fünf Wertstoffhöfe, je einen in Ganderkesee, Hude, Neerstedt, Wildeshausen-Bargloy und Wardenburg. Zusätzlich betreibt der Landkreis in Ganderkesee, Neerstedt und Wardenburg auch noch Problemstoffannahmestellen. Offensichtlich scheint aber auch dieses sehr komfortable Müll-Erfassungssystem nicht auszureichen: „Es ist zu befürchten, dass die Zahl der illegalen Müllentsorgungen 2018 nicht geringer wird“, blickte Dölemeyer voraus.