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Umweltschule in Europa Schierbroker Grundschüler hissen Umweltschulflagge

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 28.09.2017, 15:49 Uhr

Auf dem Schulhof in Schierbrok flattert eine neue Umweltschulflagge im Wind. Die Grundschule ist zum achten Mal in Folge für engagierte Projekte belohnt worden.

Mit lautstarkem Jubel haben die Kinder am Donnerstag die Nachricht quittiert, dass die Grundschule Schierbrok als Umweltschule in Europa ausgezeichnet worden ist. „Wir erhalten die Auszeichnung zum achten Mal in Folge“, freute sich Schulleiterin Gaby Goetz mit der Urkunde in der Hand, die zwei zweijährige Projekte als Grundlage der Auszeichnung durch eine vom Kultusministerium eingesetzte Jury bezeugt.

Flagge flattert im Wind

Schulleiterin Goetz übermittelte die Nachricht am Ende einer bunten Erntedankfeier in der Aula. Schüler trugen die mit der Urkunde ausgehändigte Umweltschulflagge auf den Schulhof, wo sie nun im Wind flattert.

Naturnaher Schulhof

Mit dem Projekt „Naturnahe Gestaltung des Schulhofs“ hat sich die Grundschule einst erstmals um die Auszeichnung als Umweltschule beworben. Dieses Thema ist immer noch Teil des Schulalltags.

Ganze Schule aktiv

Damals ging es um das Aufbrechen der großflächigen Versiegelung mit Betonplatten, um das Pflanzen einer großen Kräuterspirale und um naturnahe Spielbereiche. Die Jury hat es jetzt als positiv gewertet, dass die geschaffenen Elemente immer wieder neu belebt und instandgesetzt werden. „Wir haben die Kräuterspirale neu bepflanzt, die Nistkästen in Zusammenarbeit mit dem Nabu erneuert und gereinigt, das Insektenhotel ausgebessert und erneuert und die Lebendhecke auf dem Schulgelände ausgebessert“, berichtet Projektleiterin Ute Aschemann. Erledigt worden sind die Arbeiten im Schulalltag, aber auch an Aktionstagen mit Eltern, Schülern und Lehrern.

Paten für Flüchtlingskinder

Eine 1000-Euro-Spende von Mitarbeitern der Volksbank hat geholfen, ein Patenprojekt für die Kinder der Sprachlernklasse zu gestalten. Die Schule hat im zweiten Halbjahr 2015 schnell auf die Ankündigung reagiert, dass in Schierbrok im Februar 2016 für den Schulverbund Ganderkesee eine Sprachlernklasse für Kinder aus Flüchtlingsfamilien eingerichtet werden könnte. „Schüler, die aus ihrem Heimatland flüchten mussten, sollten nicht nur möglichst gut in die Schulgemeinschaft integriert werden. Sie sollten den Mitschülern auch ein Stück ihrer Kultur nahebringen können“, schildert Schulleiterin Goetz den Grundgedanken des Projekts. Zwei Lehrkräfte haben zielgerichtet Fortbildungen besucht, interessierte Schüler wurden in einem Forderkurs auf Patenschaften für die Kinder aus der Sprachlernklasse vorbereitet.

Kochkurs schweißt zusammen

„Andere Länder, andere Sitten und Gebräuche“ hieß es dann in den ersten Monaten des Lernens mit- und voneinander, und weiter ging es mit „Andere Länder, andere Gerichte“: Alle 14 Tage wurde Landestypisches aus verschiedenen Ländern gekocht und gespeist. Die Kinder haben sich mit Konflikten auseinandergesetzt, die zu Terror und Flucht führen. Sie haben gelernt, dass aus unterschiedlichen Erfahrungen unterschiedliche Weltanschauungen werden. Und sie haben gelernt, dass Konflikte konstruktiver ausgetragen werden können, wenn man um Verständnis bemüht ist.