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Unfall in Hoykenkamp Seniorin fährt rückwärts gegen Markt, darf Führerschein aber behalten

Von Thomas Deeken | 15.11.2018, 17:12 Uhr

Kurioser Unfall am Mittwochabend in Hoykenkamp: Eine 84-Jährige ist mit ihrem VW Golf über gut 30 Meter rückwärts in die Außenmauer der Firma Getränkemaxx gefahren. Verletzt wurde niemand.

„Ich bin froh, dass keiner tot ist. Das hätte viel schlimmer ausgehen können“, sagte Dennis Wachtel von der Firma Getränkemaxx an der Schierbroker Straße in Hoykenkamp am Morgen nach einem kuriosen Unfall auf dem Gelände des Getränkemarktes. Und Brigitte Wachtel, Mutter und Chefin des Familienunternehmens, ergänzte: „Der Fahrerin ist Gott sei Dank nichts passiert. Alles andere ist Material, das ersetzbar ist.“ Immerhin könnte es nach ersten Schätzungen von Dennis Wachtel um einen Schaden in Höhe von mehreren 10.000 Euro handeln, den eine 84-jährige Frau aus der Gemeinde Ganderkesee verursacht hatte, nachdem sie am Mittwochabend rückwärts in die Wand des Gebäudes neben dem Eingang gefahren war und das Mauerwerk dabei eingedrückt hatte.

Im Beet festgefahren

 Die 84-Jährige hatte ihren VW Golf auf dem zweiten Teil der Firmenparkfläche nahe der Schierbroker Straße abgestellt und wollte laut Polizei gegen 18.30 Uhr zunächst rückwärts aus der Parklücke herausfahren. Dabei sei sie allerdings zu weit gefahren und habe sich in einem Blumenbeet festgefahren, so Dennis Wachtel: „Mit quietschenden Reifen versuchte sie dann, aus dem Beet herauszukommen.“ Das heißt, so bestätigte auch die Polizei: Die Frau gab zu viel Gas und fuhr gute 30 Meter rückwärts über den Parkplatz. Zunächst schrammte sie gegen einen geparkten Lastwagen, wobei Schäden an der Fahrzeugfront entstanden. Anschließend knallte sie in die Hauswand.

Parkplatz war beleuchtet

Wieso die Frau nicht frühzeitig abbremste, konnte am Donnerstag niemand erklären. Dennis Wachtel tippte auf einen Blackout und sagte: „Das hat doch jeder mal von uns.“ Man müsse aber sicherlich nachfrage, ob ein derartiger Vorfall einmalig ist. Möglicherweise sei die Frau dann auch noch sehr nervös gewesen, als sie mit dem Fahrzeug im Beet einsank. Die Dunkelheit dürfte laut Wachtel kein Grund für den Unfall gewesen sein. Denn der gesamte Parkplatz sei beleuchtet gewesen. Schließlich sei der Markt, der nach wie vor geöffnet bleibt, noch offen.

Viele Risse im Gebäude

Wie hoch der Schaden tatsächlich ausfällt, müsse nun ein Bausachverständiger herausfinden, sagte Brigitte Wachtel nach einem ersten Gespräch mit einem befreundeten Bauunternehmer. Immerhin gehe es nicht nur um die eingedrückte Wand, neben der das Technische Hilfswerk im Innern noch am Abend Stützpfeiler für die Decke aufgestellt hatte. Es seien auch viele Risse im Gebäude zu erkennen – „bis in einen vierten Raum hinein“, so Sohn Dennis, der sich nur einmal an einen ähnlichen Fall vor dem Delmenhorster Getränkemarkt seiner Familie in den 90er-Jahren erinnerte. „Damals war eine Frau vorwärts auf die Mauer zugefahren. Ein Mitarbeiter konnte gerade noch zur Seite springen“, so Wachtel. Es habe sich allerdings später herausgestellt, dass die Frau krank gewesen sei. Weitere Schäden habe es damals nicht gegeben.

Fahrerlaubnisbehörde wird informiert

Nach Angaben von Polizeisprecher Albert Seeger wird bei solchen Unfällen wie in Hoykenkamp die Fahrerlaubnisbehörde informiert, die prüfen lasse müsse, ob die Fahrer gesundheitlich geeignet seien, Auto zu fahren. Man müsse beispielsweise körperlich in der Lage sein, einen Wagen zu fahren, dürfe von der Bewegung her nicht eingeschränkt sein oder beispielsweise Probleme mit den Augen haben. Den Führerschein hat die Polizei eigenen Angaben zufolge der Seniorin nicht abgenommen, weil es sich trotz der Kuriosität lediglich um einen „Schlichtunfall“ gehandelt hat – ohne Personenschaden, ohne Alkohol und ohne Fahrerflucht.