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Unternehmer ist beunruhigt Ganderkeseer Tischlerei im Visier böser Buben?

Von Thomas Breuer | 21.02.2016, 17:48 Uhr

Möbeltischler Jörg Wedler aus Ganderkesee ist alarmiert. Eine ungewöhnliche Beobachtung, die Website seines Unternehmens betreffend, beunruhigt ihn.

Individuell gefertigte Einrichtungsgegenstände und Antiquitäten sind das Metier von Jörg Wedler. Seit 1984 besteht seine Möbeltischlerei an der Rudolf-Diesel-Straße in Ganderkesee, auf die er seit Jahren auch mit einem eigenen Internetauftritt aufmerksam macht. Der Kreis seiner Kunden, darauf ist er stolz, reiche inzwischen „von Kiel über Hamburg bis nach Alicante, Budapest, Washington und New York“. Dass man jetzt auch im bulgarischen Plovdiv auf ihn aufmerksam geworden zu sein scheint, stimmt ihn allerdings nur bedingt froh.

Auffälligkeiten am 27. Januar

Wedler hat einen Dienstleister, der sich um die Darstellung seines Betriebes im weltweiten Netz kümmert – und der hat kürzlich Alarm geschlagen. Im Schnitt tummeln sich nach dessen Worten täglich bis zu acht Besucher auf Wedlers Website, womit der 27. Januar des laufenden Jahres deutlich aus dem Rahmen falle. „Da sind 34 Besuche aus Plovdiv/Bulgarien zu verzeichnen“, teilt der Webmaster mit und dazu die Feststellung, dass in dieser Stadt die Armut, die Prostitution und manches mehr zuhause sei. Fazit an Wedlers Adresse: „Im Zusammenhang mit Antiquitäten macht mich das misstrauisch.“

Böse Absichten im Spiel?

Wedler jetzt auch. Er mutmaßt, dass irgendwer seine Firma gezielt auskundschaftet – mit unklaren Absichten. Dass sich jemand informiere, um zu schauen, ob sich der Betrieb für einen Halt bei möglichem Einbruchstourismus eignet, hält er jedenfalls nicht für grundsätzlich abwegig.

Kurzum, Wedler hat an seinen Überlegungen inzwischen auch die Polizei teilhaben lassen. „Dort“, sagt er, „gab man mir den Tipp, bei befreundeten Betrieben zu recherchieren, ob ähnliche Auffälligkeiten auftraten.“

Polizei rät zu genauen Beobachtungen

Melissa Oltmanns, Sprecherin der hiesigen Polizeiinspektion, sagte auf Nachfrage, für die von Wedler gemutmaßten Zusammenhänge gebe es derzeit keine Anhaltspunkte. „Das Phänomen ist uns so nicht bekannt.“ Es sei aber durchaus sinnvoll, sensibel zu reagieren und der Polizei entsprechende Beobachtungen mitzuteilen.

Wedler hat auch die Handwerkskammer Oldenburg informiert. „Für uns ist das die erste gemeldete Beobachtung in diesem Bereich“, sagt deren Pressesprecher Torsten Heidemann. „Wir setzen uns mit der Polizei in Verbindung, ob von einem systematischen Vorgehen mit kriminellen Absichten ausgegangen werden muss. Ist dem so, dann informieren wir unsere Betriebe.“