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Unwetter im Nordwesten Wälder und Friedhof in Ganderkesee nach Sturm gesperrt

Von Thorsten Konkel | 06.10.2017, 17:02 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Erst am Freitagmittag hat sich das ganze Ausmaß der Verwüstung offenbart, die der Sturm Xavier am Donnerstag bei seinem unheilvollen Zug über Ganderkesee und den Landkreis verursacht hat.

Glücklicherweise ist es trotz der besonderen Wucht des Sturms, der in Ganderkesee selbst hundertjährige Eichen abknickte, nicht zu Personenschäden gekommen, wie Gemeindebrandmeister Bernd Lembke am Freitagmittag auf Nachfrage mitteilte.

Friedhof und Wälder gesperrt

Damit das auch so bleibt, sind bis auf Weiteres der baumreiche Friedhof in Ganderkesee, der Urwald Hasbruch, der Stenumer Wald, der Stühe und auch der Delmenhorster Tiergarten Sperrgebiet.

Hundertjährige Eiche abgeknickt

Auf dem Friedhof hatte der Sturm eine hundertjährige Eiche abgeknickt, die bei ihrem Sturz zerbrach und so zahlreiche Gräber schwer beschädigte, darunter auch das Sternenkindergrab.

„Tag des Friedhofs“ abgesagt

Wegen der umfangreichen Schäden hat die Verwaltung des Friedhofs der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde auch ihren für Sonntag, 7. Oktober, geplanten „Tag des Friedhofs“ abgesagt.

Unter den Trümmern nach Personen gesucht

„Trotz des Sturms waren gestern Besucher auf dem Friedhof, darum haben wir sofort nachgeschaut, ob unter den Trümmern Personen liegen, zum Glück gab es keine Opfer“, berichtete Svenja Scherschanski von der Verwaltung der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Freitagmittag bei der Schadensaufnahme.

Friedhof am Dienstag wohl wieder offen

Am Samstag soll eine Spezialfirma die Baumreste und weiteres loses Astwerk beseitigen. „Wir hoffen, dass der Friedhof am Dienstag wieder geöffnet werden kann“, blickte Scherschanski voraus.

Gefahr in den Wäldern

Auf keinen Fall betreten werden sollten an diesem Wochenende auch die Wälder der Region, darauf wies Revierförster Jens Meier, der für das Revier Hasbruch zuständig ist, hin. Neben versperrten Wegen sind vor allem schräge und instabile Bäume in der Nähe vieler Wege gefährlich und besonders viele lose Äste, die in den Baumkronen pendeln und jederzeit auf die Wege fallen können.

Kreisweit ein Verletzter durch Sturm

Auch kreisweit verursachte Xavier hohe Sachschäden, beschädigte Häuser und Autos, und war Ursache für einen Autounfall mit einem Verletzten in Wardenburg. Kreisfeuerwehrsprecher Christians Bahrs sprach von einer „so noch nicht dagewesenen Häufigkeit und Wucht der Stürme“. Diese Intensität bestätigte auch die Feuerwehr Hatten. „Zu erwähnen ist, dass überwiegend massive Eichen mit einem Stammdurchmesser von zum Teil über einem Meter einfach umfielen oder wie Streichhölzer abknickten“, meldete Timo Nirwing, Pressewart Feuerwehr der Sandkrug. Allein am Donnerstag zählte die Kreisfeuerwerwehr kreisweit 600 Einsatzstellen.

Feuerwehren weiter im Einsatz

Noch am Freitag waren die Helfer im Kreis mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Unter anderem war die Delmenhorster Landstraße bei Harpstedt wegen der Beseitigung von Bäumen und Ästen weiterhin gesperrt. Auch in Ganderkesee versuchten Kommunalservice und Feuerwehr den ganzen Tag über, das Chaos aus abgebrochenen Bäumen, Ästen und angebrochenen Baumkronen in den Griff zu kriegen. Einsätze gab es unter anderem Hinter den Höfen in Hoyerswege, an der Wolfsheide und an der Schule am Habbrügger Weg. Gleich eine ganze Baumreihe hatte der Sturm am Fahrener Weg direkt auf ein Maisfeld „gepustet“.