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Urneburger Firma knüpft Kontakte Meyer Technik hofft auf gute Geschäfte mit dem Iran

Von Thomas Deeken | 12.10.2015, 20:27 Uhr

Mit den allerbesten Eindrücken ist Uwe Westphal, Vertriebsleiter der Meyer Technik Unternehmensgruppe in Urneburg, jetzt aus dem Iran zurückgekehrt. Während der knapp einwöchigen Reise mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies und einer Rekord-Delegation mit mehr als 100 Teilnehmern habe er jede Menge Kontakte mit iranischen Unternehmen knüpfen können. „Das hat sich gelohnt. Da fahre ich immer wieder gerne hin“, resümierte er am Montag in

Westphal schwärmte nicht nur von der allgemeinen Gastfreundlichkeit der Iraner, die seit 700 Jahren Handelsbeziehungen mit Deutschen pflegen. Vielmehr zeigte er sich beeindruckt, wie positiv die Gastgeber über Deutschland, die Deutschen und deutsche Technik reden. „Made in Germany ist dort sehr gefragt“, erläuterte der gebürtige Iraner Hossein Farshidfar, der gelernter Elektroniker für Automatisierungstechnik ist und seit ein paar Wochen fest für Meyer Technik arbeitet. Gemeinsam mit Uwe Drees, Geschäftsführender Gesellschafter von G&M Automation, die zur Unternehmensgruppe zählt, hat er die ersten Schritte Richtung Iran eingeleitet. Sollte es tatsächlich zu Geschäften mit iranischen Firmen kommen, könnte Farshidfar Projekte leiten, so Drees, der vor acht Jahren erstmals in Teheran war und bereits erste Kontakte herstellen konnte. Wegen des Wirtschaftsembargos seien die Beziehungen allerdings nicht vertieft worden.

Viele Unternehmer kennengelernt

Das soll sich aber jetzt ändern. In der Hoffnung auf Lockerung oder möglicherweise sogar Wegfall des Embargos hatte sich nun Westphal auf Iran-Reise begeben, um für den Bereich industrielle Automatisierung, vor allem für den Schwerpunkt Nahrungsmittel, Gespräche zu führen. Er habe bei den Empfängen des deutschen Botschafters und des Landes Niedersachsen in Teheran, bei einer Kooperationsbörse, bei Besichtigungen von Firmen, der Kontaktaufnahme mit Siemens in Teheran und durch Amir Alizadeh, Deputy Managing Director der Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer, sehr viele Leute kennengelernt. „Ich habe bestimmt 50 Visitenkarten verteilt“, so der 58-Jährige, der auch schon wegen einer möglichen Niederlassung des Urneburger Unternehmens angesprochen worden sei. Das stehe allerdings noch nicht zur Diskussion.

Reise in den Iran noch in diesem Jahr?

Vielmehr sollen zunächst einmal alle Kontakte ausgewertet werden, so Drees. Dann sei daran gedacht, erste Geschäftsbeziehungen in die Wege zu leiten, mögliche künftige Partner nach Urneburg einzuladen und vielleicht noch in diesem Jahr mit einer kleinen Delegation in den Iran zu fliegen. „Schließlich wollen die Iraner immer den direkten Kontakt mit den Deutschen“, informierte Farshidfar, der, wie er sagt, „2001 aus persönlichen Gründen nach Deutschland eingewandert ist“ und inzwischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Erste Unterschriften unter einem Vertrag könne es etwa in einem halben Jahr geben, schätzt Drees, der Geschäfte mit dem persischen Land allerdings nicht als Hauptziel betrachtet. Nach wie vor werde das Hauptgeschäft in Deutschland abgewickelt, betont er.

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