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UWG-Antrag abgeschmettert Ausschuss gegen Tunnel bei Bahnübergang in Schierbrok

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 01.06.2017, 18:39 Uhr

Das Thema Untertunnelung des Bahnüberganges in Schierbrok ist erst einmal vom Tisch. Mehrheitlich hat sich der Ausschuss für Straßen und Verkehr dafür ausgesprochen, kein Geld für eine Machbarkeitsstudie auszugeben.

UWG-Ratsherr Thorsten Busch hatte auf häufige und lange Schließzeiten verwiesen, die sich durch mehr Güterverkehr durch den Jade-Weser-Port und steigenden Kraftfahrzeugverkehr durch den Bau der B212neu noch erhöhen würden.

Heftigen Gegenwind hat UWG-Ratsherr Thorsten Busch am Mittwochabend im Ausschuss für Straßen und Verkehr für den Antrag seiner Fraktion an die Verwaltung abbekommen, eine Machbarkeitsstudie für eine Untertunnelung des Schierbroker Bahnübergangs zu erstellen. Dabei ging es vor allem um die Argumentation, dass irgendwann durch den Bau der Bundesstraße 212neu von Harmenhausen nach Bremen auch mehr Verkehr auf Schierbrok zukommen könnte und dass die Schranken jetzt schon sehr lange und sehr häufig geschlossen seien. „Öffnen Sie nicht Tür und Tor“, warnte SPD-Ratsherr Heinz-Peter Häger. Dabei bezog er sich darauf, dass nach dem derzeit aktuellen Stand der Planung keine Entlastungsstraße über Ganderkeseer Gebiet führen soll.

Thema noch noch endgültig vom Tisch

Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, zitierte in diesem Zusammenhang den ehemaligen Landrat Frank Eger, „keine schlafenden Hunde zu wecken“. Eine Entlastungsstraße auf Gemeindegebiet im Zuge der B212neu-Planungen sei zurzeit zwar kein Thema, sie sei aber auch noch nicht ein für allemal vom Tisch, so Meyer.

SPD-Ratsherr Marcel Dönike und Jens Volbert von den Grünen warnten ebenfalls vor einer jetzigen Planung. Erst müsse geklärt sein, ob und wann die B212neu kommt.

Zusätzliche 80 Züge täglich

Busch wies außerdem auf den weiter zunehmenden Schienenverkehr, weitere Schließzeiten und Wartezeiten für Rettungsfahrzeuge im Einsatz hin. Er sprach von zusätzlich 80 Güterzügen täglich vom und zum Jade-Weser-Port. An diese Zahl mochte Arnold Hansen, Fraktionschef der Freien Wähler, allerdings nicht glauben. Und Peter Meyer betonte: „Die meisten Züge sind nachts unterwegs.“

Mehrheitlich gegen UWG-Antrag

Mehrheitlich entschied sich der Ausschuss schließlich dagegen, Mittel im Nachtragshaushalt 2017 für die Prüfung der technischen Machbarkeit eines Umbaus des Bahnübergangs bereitzustellen. Nur der UWG-Ratsherr stimmte mit Ja. Er war auch der einzige, der einen Bericht der Verwaltung zu verschiedenen Umgestaltungsvarianten des Übergangs in einer der nächsten Ausschusssitzungen hören möchte. Die meisten Ratsvertreter wollen das nicht.

Einstimmig für Radverkehrsführung in Elmeloh

Dagegen gab es ein einstimmiges Votum, für die Planung einer Radverkehrsführung an der südlichen Seite der Elmeloher Straße im Nachtragshaushalt 20.000 Euro bereitzustellen. Die Grünen hatten beantragt, für die Verbesserung der Verkehrssicherheit zwischen dem Elmeloher Kreisel und der Bushaltestelle An der Wurth einen kombinierten Fuß- und Radweg anzulegen. Laut Verwaltung sprechen sich die Mitglieder der Verkehrssicherheitskommission grundsätzlich für einen Schutzstreifen auf der Kreisstraße vom Kreisverkehr bis zur Delmenhorster Stadtgrenze aus. „Wir brauchen erst einmal eine konkrete Kostenübersicht“, sagte Fachbereichsleiter Meyer. Dann könne man auch an den Kreis herangehen, um nach einer Beteiligung zu fragen. Möglicherweise müsse auch noch Land gekauft werden. Und es müsse geprüft werden, ob eventuell Anliegerbeiträge erhoben werden. Das richte sich nach den gemeindeeigenen Satzungen.

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