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UWG-Antrag auf Vertagung abgelehnt Rat beschließt Einzelhandelskonzept der Gemeinde Ganderkesee

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 30.03.2017, 23:37 Uhr

Die Mitglieder des Ganderkeseer Rates haben am Donnerstagabend einstimmig bei drei Enthaltungen seitens der UWG-Fraktion das Einzelhandelskonzept der Gemeinde Ganderkesee beschlossen.

Zunächst wollte UWG-Fraktionschef Carsten Jesußek das Thema zurückstellen lassen, bis das neu angeforderte Gutachten für oder gegen einen Nahversorger im geplanten Bookholzberger Baugebiet „Bargup“ vorliegt. Doch dieser Antrag wurde mehrheitlich vom Rat abgeschmettert, nachdem Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, darauf hingewiesen hatte, dass beide Punkte völlig getrennt voneinander zu sehen seien. Es gebe keine Zusammenhänge.

Grünen-Chef vermisst Vision

Dr. Volker Schulz-Berendt, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, stimmte nur deshalb zu, weil er das Einzelhandelskonzept als Grundlage für weitere Arbeit ansieht, die noch anstehe. Seine Fraktion vermisse in dem Konzept von Marktforscherin Katharina Staiger die Vision, „wo wir als Gemeinde hinwollen“. Ihm fehlten beispielsweise Vorschläge, wie man die Kaufkraft besser binden kann. Dabei bezog er sich auf die Aussage Staigers, dass von der möglichen Kaufkraft im gesamten Einzelhandel etwa 48 Prozent oder circa 86 Millionen Euro gebunden seien, mehr als 90 Millionen Euro würden insbesondere nach Delmenhorst, Brinkum, Bremen und Oldenburg abfließen.

Hansen hofft auf mehr Vielfalt im Einzelhandel

Marion Daniel, Fraktionsvorsitzende der FDP, betonte, für sie gebe es die Vision, die Geschäftswelt in Ganderkesee so aufzustellen, dass man gerne in der Gemeinde einkauft. Arnold Hansen, Chef der Freien Wähler, pflichtete ihr bei und setzt auf größere Vielfalt. Im Übrigen beziehe sich die abfließende Kaufkraft vor allem auf Branchen, die es in Ganderkesee gar nicht gibt.

Mehr Geld für die Jugendarbeit

Mit allen 33 Ja-Stimmen beschloss der Rat anschließend eine neue Richtlinie für die Förderung der Jugendarbeit in der Gemeinde. Das heißt konkret: Vereine erhalten nach wie vor als Förderbetrag 250 Euro für die ersten zehn jugendlichen Mitglieder, für jedes weitere Mitglied im Jugendbereich gibt es künftig allerdings 14 statt wie bisher neun Euro.

5000 Euro für bedeutende Veranstaltungen

Mehrheitlich hat sich der Rat auch dafür ausgesprochen, Verbände, Vereine und Gruppen zu fördern, die größere Veranstaltungen auf die Beine stellen, die „überregionale Bedeutung mit besonderer Werbewirkung für die Gemeinde Ganderkesee“ haben. Dabei geht es im Jahr um insgesamt 5000 Euro. Pro Veranstaltung gilt aber eine Förderhöchstgrenze von 1000 Euro. Die Entscheidung, was und mit wie viel gefördert wird, trifft Bürgermeisterin Alice Gerken. 21 Ratsmitglieder stimmten mit Ja, fünf mit Nein, sieben enthielten sich.

Lehmkuhl neuer Bezirksvorsteher in Bergedorf

Einen einstimmigen Beschluss gab es dagegen beim Thema Bezirksvorsteher für die Bauerschaft Bergedorf: Lars Lehmkuhl übernimmt den Posten ab 1. April bis zum 31. Dezember 2022.