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Verbindung gestört 82-Jähriger in Groß Ippener neun Wochen ohne Telefon

Von Mareike Bader | 15.12.2017, 12:12 Uhr

Allein auf weiter Flur und dann auch noch ohne Festnetzanschluss. Eine Situation, die für den 82-jährigen Rolf Greifzu in Groß Ippener-Annen nicht hinnehmbar ist.

Anfang Oktober, als Sturmtief Xavier über Norddeutschland fegte, fängt Rolf Greifzus Odyssee an. Plötzlich hat er keine Telefonverbindung mehr. Den Sturm hat er schnell im Verdacht. Doch so recht scheint ihm keiner glauben zu wollen. „Wir sind alle um die 80 Jahre alt, da kümmert sich keiner“, sagt der 82-Jährige mit Blick auf das dünn besiedelte Gebiet in Groß Ippener-Annen.

Haushaltshilfe schätzt Situation als lebensgefährlich ein

In den folgenden Wochen kommen mehrere Techniker zu ihm und prüfen die Leitung im Haus – und nichts wird gefunden. Die Situation ist für Greifzu nicht hinnehmbar. Eine lebensgefährliche Situation sieht Astrid Meier, die drei Mal in der Woche Greifzu im Haushalt hilft.

Seine Nachbarn in Groß Ippener-Annen seien nicht betroffen, sagt der 82-Jährige – aber sie wohnen auch gut einen halben Kilometer weit weg. „Da ist man ganz schön aufgeschmissen, wenn man so weit auseinander wohnt“, erklärt Meier.

Auch auf das Mobilfunknetz ist kein Verlass

Greifzu über das Handy zu erreichen, sei mitunter schwierig. Damit ist er eigentlich für den Notfall abgesichert. Aber das Handynetz habe in Groß Ippener-Annen manchmal Aussetzer: „Da erreiche ich ihn manchmal auch nicht.“

Keine Verbindung – Rechnungen kommen trotzdem

Zwar kann Rolf Greifzu seinen Anschluss seit Anfang Oktober nicht mehr nutzen, die monatliche Rechnung kommt trotzdem ins Haus. Im Oktober zahlt er noch, danach nicht mehr: „Ich zahle doch keine Grundgebühr, wenn kein Telefon da ist.“

Nach acht Wochen wird schließlich endlich die Leitung unter der Erde geprüft. Dabei sei herausgekommen, dass die Verbindung von der Erstleitung zum Verteilerkasten gestört ist, berichtet der 82-Jährige. Er ist mit zum Mast am Moorweg gefahren, denn er will wissen, was los ist und wieder telefonieren können.

dk-Nachfrage bringt Stein ins Rollen

In seiner Not wendet er sich auch an diese Zeitung. Die dk-Nachfrage bei der Telekom bringt offensichtlich Schwung in die Sache. Schon am nächsten Tag kann Greifzu wieder über das Festnetz telefonieren. Und er hat die Sicherheit, dass seine erste Vermutung richtig war: Zwei Bäume waren entwurzelt worden und hatten so den Schaden an der Erdleitung verursacht.

Zudem bekommt der 82-Jährige die Zusage, dass seine Rechnungen korrigiert werden und dass er einen Monat Grundgebühr als Kulanz für die Unannehmlichkeiten erlassen bekommt.