Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Verhandlung Anfang 2017 380-kV-Leitung ab Ganderkesee: Gericht urteilt über Verlauf

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 06.10.2016, 17:03 Uhr

In den Rechtsstreit nach dem Planfeststellungsbeschluss zum Bau der 380-kV-Höchstspannungsleitung von Ganderkesee nach St. Hülfe kommt Bewegung.

Das Bundesverwaltungsgericht hat am Donnerstag auf dk-Nachfrage mitgeteilt, dass eine mündliche Verhandlung in der Hauptsache der Klagen im ersten Quartal 2017 stattfinden wird. Tennet, der Übertragungsnetzbetreiber für Strom in Europa mit Geschäftstätigkeiten in den Niederlanden und in Deutschland, hat jetzt seinen zunächst bis zum 30. September freiwillig zugesicherten Baustopp verlängert.

Baustopp verlängert

Das Unternehmen ist in dieser juristischen Auseinandersetzung lediglich beigeladen, weil seine rechtlichen Interessen als Bauherr der Leitung durch eine Entscheidung des Gerichts berührt werden könnten. „Tennet erklärt, dass eine Bautätigkeit bis Ende März 2017 nicht stattfindet, bis auf bauvorbereitende Maßnahmen“, erläuterte Tennet-Pressesprecher Mathias Fischer am Donnerstag dem dk. „In diesem Zusammenhang bereiten wir zurzeit etwa Baugrunduntersuchungen und Planungen zur Bauausführung vor“, benannte er die gegenwärtigen Tätigkeiten.

Sieben Klagen anhängig

Wie berichtet, sind in Leipzig sieben Klagen gegen die Genehmigungsbehörde , die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, anhängig. Neben Privatpersonen klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht auch der Nabu Niedersachsen sowie der Landkreis Oldenburg gegen die Routenführung der knapp 61 Kilometer langen Höchstspannungsleitung, die Strom aus erneuerbaren Energien vom Norden in den Süden transportieren soll.

Leipziger Richter sind jetzt gefragt

Außer der Streckenführung spielt im Kreis Oldenburg auch der nach Ansicht der Kläger viel zu geringe Anteil der Erdverkabelung eine entscheidende Rolle. Die Bürger der Gemeinde Ganderkesee kommen dabei noch am besten weg.

Keine weiteren Erdkabel für Ganderkesee

Nur einen Freileitungsabschnitt bei Strudthafe gibt es. Daran, das bestätigte jetzt nochmals Ganderkesees Gemeindeentwicklungsleiter Peter Meyer, wird auch eine Gerichtsentscheidung wohl nichts ändern. Der in Rede stehende, östlich an der B 213 in Höhe Große Schafheide austretende Freileitungsabschnitt hätte gegen einen westlich an der B 213 verlaufenden Erdkabelabschnitt ausgetauscht werden können. Allerdings habe der Grundstückseigentümer dem so nicht zugestimmt. Die Neuplanung in diesem Abschnitt gilt gegenwärtig als nicht wahrscheinlich. Bislang ganz ohne Erdverkabelung muss die Samtgemeinde Harpstedt auskommen.

Samtgemeinde Harpstedt gibt Hoffnung nicht auf

Sollte das Planfeststellungsverfahren vom Gericht zumindest in Teilen verworfen werden, bestünde zumindest theoretisch eine Chance, auch in der Samtgemeinde auf Erdverkabelung setzen zu können. „Wir bleiben verhalten optimistisch“, räumte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse ein, ohne allzu große Erwartungen zu wecken.