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Verkehrsentwicklungskonzept vorgestellt In Ganderkesee weg vom Auto und hin zum Fahrrad

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 01.06.2017, 00:22 Uhr

Fußgänger und Radfahrer sollen in der Gemeinde Ganderkesee künftig mehr berücksichtigt werden. Das geht aus dem Entwurf des Verkehrsentwicklungskonzepts hervor, das am Mittwochabend im Ausschuss für Straßen und Verkehr präsentiert wurde.

In der Gemeinde Ganderkesee soll der Fußgänger- und Radverkehr gefördert und der Autoverkehr möglichst verringert werden. Das machte Fabian Roelcke vom Schortenser Ingenieurbüro Dr. Schwerdhelm & Tjardes am Mittwochabend im Ausschuss für Straßen und Verkehr deutlich, als er den Entwurf des Verkehrsentwicklungsplanes für die Gemeinde vorstellte.

Viele Radwege empfohlen

Roelcke empfahl jede Menge zusätzlicher Radwege beziehungsweise Schutzstreifen für Radler, zahlreiche Querungshilfen für Fußgänger, um sicher über die Straßen zu kommen, und attraktiv gestaltete Wege mit Sitzmöglichkeit und Beeten von den Parkplätzen zu den Geschäften. „Zu Fuß gehen soll wieder Spaß machen“, betonte der Ingenieur.

Parkverbot bei Einrichtung von Schutzstreifen

Roelcke wies auch darauf hin, dass dort, wo Schutzstreifen für Radfahrer auf der Straße angelegt werden, kein Parken von Kraftfahrzeugen mehr möglich ist. „Dann hat der Pastor der katholischen Kirche ein Problem“, erwiderte Arnold Hansen, Fraktionschef der Freien Wähler, zum aufgeführten Beispiel Habbrügger Weg in Ganderkesee. Denn viele Gottesdienstbesucher parken mit ihrem Wagen auf der Straße vor der Kirche.

Von Barrierefreiheit bis „Shared Space“

Dr. Volker Schulz-Berendt, Fraktionsvorsitzender der Grünen, konnte sich mit der Tendenz des Konzepts, hin zum Rad und weg vom Auto, anfreunden. Die Ideen des Ingenieurbüros kamen im Ausschuss ohnehin gut an – von der möglichen Berücksichtigung eines Fahrradschnellweges über die Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer und Sehbehinderte bis hin zu den Vorschlägen, die Verlängerung einiger Delmenhorster Stadtbuslinien zu prüfen und über „Shared Space“ nachzudenken, eine Planungsphilosophie, bei der alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind.

Kreuzung Ring/Lange Straße ein Schwerpunktthema

Einer der Arbeitsschwerpunkte dürfte sein, die Verkehrsbelastungen im Ortskern im Bereich Ring/Ecke Lange Straße zu minimieren. Man müsse beispielsweise ein Parkleitsystem einrichten, um den Parksuchverkehr zu vermeiden, Abbiegespuren anlegen beziehungsweise verlängern, „die sehr träge Signaltechnik“ verbessern und alternative Routen für den landwirtschaftlichen Verkehr finden. Von einer viel diskutierten Südumgehung riet Roelcke ab. Sie würde für den Ring und die Straße Neddenhüsen zu wenig Entlastung bringen. Er sprach sich sogar für den Neddenhüsen-Ausbau aus – zum Teil mit einem verkehrsberuhigten Bereich.

Bürger können sich online einbringen

Der Ingenieur konnte nur einen Auszug aus dem mehr als 150 Seiten umfassenden Konzept vorstellen, das in Kürze auf der Homepage der Gemeinde Ganderkesee veröffentlicht wird. Die gute Nachricht dabei: Bürger können sich – genau wie bei der ersten Onlinebefragung – wieder mit Einwänden, Anregungen und Vorschlägen einbringen. Ein genauer Termin für die Online-Präsentation wird noch bekannt gegeben. Danach soll erneut eine Bürgerversammlung folgen – Ende August oder im September.