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Verminderte Schuldfähigkeit Gewalttätiger Wildeshauser erhält Geldstrafe

Von Ole Rosenbohm | 06.07.2018, 17:09 Uhr

Wildeshausen Zu 90 Tagessätzen in einer Gesamthöhe von 2700 Euro ist ein gewalttätiger Stalker aus Wildeshausen verurteilt worden. Er hatte den Ex-Liebhaber seiner Frau verprügelt.

Stille Nacht, Ruhe und Besinnlichkeit hatte ein 39 Jahre alter Mann aus Wildeshausen an Heiligabend 2017 eher nicht im Sinn. Weil er sich und seine Familie vom Ex-Liebhaber seiner Frau bedroht fühlte, trat er ihm die Wohnungstür ein, verpasste ihm eine saftige Tracht Prügel und bedrohte anschließend noch Polizisten.

Wegen Sachbeschädigung in Tatmehrheit mit Beleidigung und Bedrohung wurde der Mann jetzt vom Amtsgericht Wildeshausen zu 90 Tagessätzen zu je 30 Euro, also 2700 Euro, verurteilt.

Tür eingetreten

Laut der Aussage des Angeklagten habe sein Opfer seine Frau ständig mit Nachrichten oder Anrufen belästigt. Auch soll das Opfer den Angeklagten bedroht haben. „Dann bin ich durchgedreht“, sagte der Angeklagte. „Was der Typ meiner Frau geschrieben hat, war für mich Alarmstufe Rot.“ Einen Tritt habe er benötigt, um die Tür aus der Zarge zu treten.

Nach den Schlägen rannte sein Opfer aus der Wohnung, rief laut nach Hilfe und Polizei, die den Angeklagten dann in der Nähe des Mietshauses verhaftete. Der Angeklagte handelte laut Anklage wegen einer Alkohol-Konzentration von 2,4 Promille in erheblich verminderter Schuldfähigkeit. Er habe eine Flasche Korn intus gehabt, sagte er vor Gericht aus – das passt zu den Werten der Blutuntersuchung zwei Stunden nach der Tat.

Polizisten beleidigt

Nach seiner Festnahme in der Nähe des Tatorts hätte ihn die Polizei eigentlich gleich nach der Untersuchung nach Hause geschickt, wäre der Mann nicht so aggressiv gewesen. Am Nachmittag dann die Eskalation mit Beleidigung, Mittelfinger und Drohungen. „Wenn ich hier rauskomme, bringe ich dich um“, soll er einem Polizisten gesagt haben.

Bis in den späten Abend blieb er in Gewahrsam. „Er musste erst einmal runterfahren“, sagte der Polizist. Erst als sich der Angeklagte beruhigt hatte, durfte er nach Hause. Vor Gericht entschuldigte sich der 39-Jährige nun beim Polizisten: „Eigentlich habe ich Respekt vor der Polizei.“ Die Staatsanwältin beantragte eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen, der Richterin war das aber zu wenig. Immerhin war der Mann schon mehrfach wegen Sachbeschädigungen oder Körperverletzungen aufgefallen.