Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Verschmutzter Schwanensee in Rethorn Landvolk wehrt sich gegen Diffamierung von Landwirtsfamilie

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 02.07.2018, 18:05 Uhr

Im Streit um die Verschmutzung des privaten Schwanensees in Rethorn wehren sich das Ganderkeseer Landvolk und der Kreislandvolkverband gegen die Diffamierung eines Landwirtes. Er sei nach der jüngsten Berichterstattung in den Medien als „Umweltschänder“ beschimpft worden. Dabei sei er gar nicht der Verursacher der Seeverschmutzung.

„Das ist reiner Populismus. Die Berichterstattung ist sachlich und fachlich falsch“, schimpft Cord Wübbenhorst, Vorsitzender des Ganderkeseer Landvolks. „Da wird eine einzelne Familie als Verursacher vorgeführt und diffamiert“, ergänzt Bernhard Wolff, Geschäftsführer des Kreislandvolksverbands. So reagieren beide auf die jüngste Berichterstattung in den Medien im Streit um die Verschmutzung des privaten Schwanensees zwischen Karpfenweg, Reiherweg und Schwanenweg in Rethorn, der auch Rethorner See genannt wird.

Über Güllezuführung in den See diskutiert

 Vor einer Woche hatte Anwohner Markus Haferkorn die Grünen zu einem Ortstermin eingeladen. Dabei war auch von Gülle die Rede, die bei starkem Niederschlag in den See fließen würde. Gegen diese Aussage wehren sich nicht nur die Landvolkverbände, sondern auch der Landwirt, der sich eigenen Angaben zufolge angesprochen fühlen musste, da er der einzige Vollerwerbslandwirt in unmittelbarer Nähe sei. „Von einer fremden Person bin ich als Umweltschänder beschimpft worden“, sagt der Rethorner, der nicht mit Namen in der Zeitung genannt werden möchte. Der Grund: Er müsse sich und seine Familie vor weiteren Anfeindungen schützen.

Regelmäßige Untersuchungen

Unterstützung erhält der Landwirt nicht nur durch das Landvolk, sondern auch von Gerrit Finke vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft des Landkreises Oldenburg. Seinen Angaben zufolge fließt dort keine Gülle in den See. Er bestätigt auch die Angaben des Landwirts, dessen Nährstoffbilanzen, Boden- und Wasserproben regelmäßig untersucht und nicht beanstandet würden. Darüber hinaus sei das gesamte Areal in der Nähe des Gewässers in Bezug auf den Zulauf zum See mehrfach geprüft worden – zuletzt im April dieses Jahres. Der Wert des chemischen Sauerstoffbedarfs (CSB) habe maximal 60 Milligramm pro Liter (mg/l) betragen. Zum Vergleich: Wasser aus der Kläranlage, das wieder in andere Gewässer geleitet werden dürfe, habe einen Grenzwert von 150 mg/l, so Finke. Zu einem Gutachten, das die Anwohner – wie berichtet – vorgelegt hatten und das eine Fäkalienbelastung des Teichs bestätigt habe, könne der Mitarbeiter des Landkreises allerdings nichts sagen. (Weiterlesen: Rethorner See-Anwohner von Behörden enttäuscht) 

Schütte: Sand und Blätter aus dem gesamten Umland

„Einen direkten Zugang vom Hof des Landwirts in die Kamerner Bäke und damit in den See gibt es nicht“, betont Wübbenhorst. Vielmehr kämen vor allem bei Starkregen unter anderem Blätter und Sand aus dem gesamten Umland über die Bäke in das tiefer gelegene Gebiet mit Schwanensee und Kamerner See, weiß Landwirt und CDU-Ratsherr Cord Schütte. „Es heißt hier ja nicht umsonst ,Grüne Senke‘“, ergänzt Wübbenhorst.

Sandfang muss erneuert werden

Knapp 100 Meter vor dem Schwanensee gibt es zwar einen Sandfang. Der ist laut Finke aber viel zu klein, zu alt und völlig ungeeignet. „Dieser Sandfang müsste mal reell ausgekoffert werden“, meint der Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands. Dazu Finke: Es gebe bereits erfolgreiche Gespräche zwischen Ochtumverband, Gemeinde und Landkreis – und auch Lösungsvorschläge. Wann die Pläne umgesetzt werden, sei aber noch nicht bekannt.

Stöver: Keine Riesenaktion

Nach Angaben von Matthias Stöver, Geschäftsführer des Ochtumverbands, hat sich der Vorstand des Verbandes für einen Sandfang ausgesprochen. Ein derartiges Projekt würde schätzungsweise um die 15.000 Euro kosten. „Das ist keine Riesenaktion und überschaubar“, so Stöver. Es sei auch schon eine Kostenteilung vereinbart. Die Gemeinde Ganderkesee würde jetzt die weiteren Schritte einleiten.

Meyer: Es gibt noch Klärungsbedarf

Von einer Kostenteilung weiß Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, allerdings nichts. Es sei vielmehr noch einiges zu klären. Dabei gehe es unter anderem um die Kosten und um das Grundstück, das für den Sandfang benötigt werde. Einig seien sich alle darin, dass ein Sandfang sinnvoll sei. „Allerdings ist das nicht die alleinige Lösung des Problems“, so Meyer. Die Anwohner müssten auch selbst etwas für ihren See tun.