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Verspätungen und überfüllte Busse Ärger um Schülerbeförderung im Landkreis Oldenburg

Von Dirk Hamm | 17.08.2017, 10:41 Uhr

Probleme bei der Schülerbeförderung haben zu Beginn des neuen Schuljahrs in Teilen des Landkreises Oldenburg die Wogen hochschlagen lassen. Viele Eltern haben sich in sozialen Medien über Verspätungen und überfüllte Busse beklagt.

Das sogenannte Linienbündel Oldenburg-West mit den Gemeinden Wardenburg, Hatten, Großenkneten, Dötlingen und der Stadt Wildeshausen wird seit dem 1. August anstatt vom bisherigen Betreiber Weser-Ems-Bus vom Vechtaer Unternehmen Wilmering bedient.

Anlaufprobleme wurden unterschätzt

Betroffen von der Umstellung sind sowohl reine Schulbuslinien als auch mehrere ÖPNV-Strecken. Nach Auslaufen des alten Vertrags war die Neuvergabe über eine europaweite Ausschreibung erfolgt. „Eine solche Betriebsaufnahme durch einen neuen Betreiber ist nie ohne Reibungsverluste möglich. Wir haben aber nicht so große Probleme bei der Schülerbeförderung erwartet“, räumt Maik Ehlers, Leiter des Schulamts in der Kreisverwaltung, ein.

Netz mit mehr als 500 Fahrten

„Bei einem Netz mit mehr als 500 Fahrten, die zum Teil voneinander abhängig sind, ruckelt es sich über die ersten ein, zwei Wochen zurecht, das sind ganz normale Prozesse“, wirbt Leo Wilmering, Geschäftsführer des Busunternehmens, um Verständnis für die Anlaufschwierigkeiten. Man habe sich bei den Umlaufplänen an den bisherigen Fahrplänen orientiert, die aber hinsichtlich einzelner Fahrtzeiten teils erheblich von der Realität abwichen, etwa auf der Strecke Großenkneten-Wildeshausen.

Reibungsloser Ablauf durch Kennzeichnungssystem

Als hinderlich erwiesen sich zudem an den Schulen in Fleisch und Blut übergegangene Gewohnheiten, erklärt Ehlers: „Es kommt etwa vor, dass Schüler, die bisher immer auf einen blauen Bus gewartet haben, jetzt nicht einsteigen, weil nun ein gelbes Fahrzeug kommt.“ Mit einem einfachen Kennzeichnungssystem und Informationen an die Eltern möchte das Betreiberunternehmen nach Angaben von Geschäftsführer Leo Wildering ab kommender Woche Abhilfe schaffen.

In Ganderkesee werden Linien 2018 neu vergeben

Ähnliche Schwierigkeiten könnten auch auf Fahrgäste im Bereich Ganderkesee und Hude zukommen, wenn Weser-Ems-Bus auch die zum 1. August 2018 neu zu vergebende Konzession für das Linienbündel Oldenburg-Nord verlieren sollte. Im Hinblick darauf wolle man aber aus den aktuellen Erfahrungen die richtigen Schlüsse ziehen, verspricht Maik Ehlers.