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Vertretung für 800 Mitarbeiter Bei Personalentscheidungen der Kirche mit am Tisch

Von Dirk Hamm | 12.05.2016, 15:28 Uhr

Ganderkesee/Delmenhorst/Landkreis. Von der Mitwirkung bei Personalentscheidungen über Schulungen und Informationsveranstaltungen bis hin zu Fragen des Arbeitsschutzes – die neun Frauen und zwei Männer der gemeinsamen Mitarbeitervertretung (GMAV) des evangelischen Kirchenkreises Delmenhorst/Oldenburg-Land haben ein weites Feld zu beackern.

Seit 1. Mai ist das neugewählte Gremium im Amt, vier Jahre lang vertritt es die Interessen von rund 800 Mitarbeitern der Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen im Landkreis Oldenburg (ohne Harpstedt) sowie in Delmenhorst, Stuhr und Varrel. Am Mittwoch haben sich die Personalvertreter im Gemeindehaus am Ring in Ganderkesee zur ersten regulären Sitzung getroffen.

Ein Großteil des Alltagsgeschäfts der GMAV dreht sich um Personalentscheidungen. „Bei Einstellungen, Kündigungen, Weiterbeschäftigung oder Stundenveränderungen muss die Mitarbeitervertretung ihre Zustimmung geben. Bei einer Zustimmungsverweigerung wird das Verfahren gestoppt und es bleibt für den Anstellungsträger nur noch der Weg über die kircheninterne Gerichtsbarkeit“, erklärt Hartwig Kuschmierz, Vorsitzender der GMAV.

Meist partnerschaftlicher Umgang mit Arbeitgebern

In der Regel herrsche zwischen den kirchlichen Arbeitgebern und der Personalvertretung ein kollegialer und partnerschaftlicher Umgang. Es gebe aber auch Situationen, in denen sich ein kirchlicher Anstellungsträger „wie ein weltlicher Arbeitgeber“ verhalte, so Kuschmierz. Dies gelte aber nicht für die Kirche generell.

Bei den Personalentscheidungen geht es nach Angaben des Küsters, der für seine Arbeit in der Mitarbeitervertretung teilweise freigestellt ist, weit überwiegend um Einstellungen. Dies liege nicht zuletzt am Ausbau der Kinderbetreuung in den den Kitas – 21 Einrichtungen sind es im Kirchenkreis. Bei den Einstellungsgesprächen ist immer auch ein Vertreter der GMAV anwesend.

Arbeitsschutz und Gesundheit als Themenschwerpunkt

Als ein Arbeitsschwerpunkt für die kommenden vier Jahre nennt Hartwig Kuschmierz den Arbeits- und Gesundheitsschutz: „Dieses Thema soll verstärkt in das Bewusstsein der kirchlichen Arbeitgeber gerückt werden.“ Dabei wollen sich die Personalvertreter um Dinge kümmern wie beispielsweise die Entfernung des gesundheitsgefährdenden Taubendrecks in einigen Kirchtürmen, die nicht gegen Tauben gesichert sind: „Wir achten darauf, dass das nicht von unseren Mitarbeitern ohne entsprechende Schutzkleidung verlangt wird, sondern qualifizierte Kräfte die Aufgabe erledigen.“