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Viele Fahrzeuge im Ort zu schnell Falkenburger fühlen sich von Gemeinde nicht ernstgenommen

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 15.07.2016, 20:21 Uhr

Die Falkenburger Dorfbewohner sind sauer und enttäuscht. Es werde seitens der Gemeindeverwaltung und der Politik zu wenig gegen die Raser durch den Ort getan.

„Die sollen uns ja nicht mit den komischen Smileys abspeisen“, schimpft Helga Steffen. Die Falkenburgerin ist genauso sauer auf die Ganderkeseer Gemeindeverwaltung und die Politik wie andere Dorfbewohner. Der Grund: Motorräder, Autos und Lastwagen donnern zum Teil mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch den Ort. Es werde aber nichts dafür getan, um die Sicherheit der Menschen in Falkenburg zu erhöhen – abgesehen von der Installation der beiden Geschwindigkeitsdisplays an den Ortseingängen, auf denen leuchtende Smileys Raser auf das richtige Tempo hinweisen sollen. Die Dorfbewohner würden sich bereits seit Jahren beschweren und hätten schon längst Ideen präsentiert, wie man das Tempo der Fahrzeuge drosseln könnte.

Für Verkehrsinsel und Querungshilfe

So sei vorgeschlagen worden, eine Verkehrsinsel beim Ortseingang, aus Richtung Ganderkesee kommend, einzurichten und auf Höhe der Ecke Hauptstraße/Im Felde eine Querungshilfe zu bauen. Schön wäre auch ein Tempolimit bereits vor der geschlossenen Ortschaft. „Die Displays haben dagegen einen Gewöhnungseffekt. Das ist doch bewiesen. Irgendwann reagieren Fahrer da nicht mehr drauf“, so SPD-Ratsfrau Christel Zießler, die zur 14-köpfigen Truppe der „Beetschwestern und -brüder zählt“, die sich jeden zweiten Mittwoch im Monat zur Reinigung der Beete und Wege rund um den Ortsmittelpunkt und direkt an der Straße trifft. Dabei würden die Frauen und Männer hautnah erfahren, wie schnell einige Kraftfahrer im Dorf unterwegs sind – „und das sind nicht nur Fahrer aus der Umgebung“, so die Dorfbewohner. Einige Autos und Lastwagen fahren nach Angaben von Ursel Schmertmann und Ingrid Götte sogar so schnell, dass die Fahrer es nicht mal schafften, das Tempo herauszunehmen, um vor der roten Ampel im Kreuzungsbereich Hasbruchstraße/Orthstraße anzuhalten. Schon häufig sei beobachtet worden, wie Fahrzeuge einfach weiterfahren. Darüber hinaus käme es immer wieder vor, dass Leitpfosten, die auf der Seite des Laurentius Hospizes den Rad- und Fußweg von der Ortsdurchfahrt abtrennen, umgefahren werden.

Kinder und behinderte Menschen unterwegs

Die Bewohner weisen darauf hin, dass viele Menschen die Hauptstraße überqueren und dabei durch Raser gefährdet seien - vor allem Senioren, aber auch Kinder, die zum Kindergarten und zur Grundschule wollen, sowie behinderte und kranke Menschen aus den Rotenburger Werken am Ahrenshagen und aus dem Dorfpark Falkenburg. „Muss denn erst etwas Schlimmes passieren, bevor gehandelt wird?“, fragt Ingrid Götte in Richtung Politik und Verwaltung und ärgert sich wie andere Mitglieder der „Beet“-Truppe darüber, dass sich in der Gemeinde immer alles auf die Hauptorte Ganderkesee und Bookholzberg konzentriere. „Im Ammerland und in anderen Landkreisen geht es doch auch anders“, so die Falkenburgerin.

Bei Maut für Bundesstraßen noch mehr Verkehr befürchtet

Die Dorfbewohner befürchten außerdem, dass sich der Schwerlastverkehr künftig noch verstärken werde, wenn Unternehmen Maut zahlen müssen, damit deren Lastwagen auf Bundesstraßen unterwegs sein dürfen. Dann würden noch mehr Laster die Kreisstraße nutzen. Das hätten einige Firmenchefs gegenüber Ingrid Götte auch schon mal bestätigt. Darüber hinaus sei immer dann ein deutlicher Anstieg des Verkehrs festzustellen, wenn es Baustellen oder Unfälle auf der A28 gebe und viele Fahrzeuge per Navi über Falkenburg geleitet würden.

Geld im Haushalt bereitgestellt

Nicht zu fassen sei außerdem, dass im Haushalt 2015 rund 190.000 Euro für das Falkenburger Projekt bereitgestellt worden seien und die Politik trotzdem mehrheitlich mit Nein gestimmt habe. „Wir fühlen uns nicht ernstgenommen“, bringt Christel Zießler die Meinung aller Falkenburger auf den Punkt. Sie werde aber am Ball bleiben „und alle halbe Jahre einen neuen Antrag stellen“.