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Vom Lehrling zum Salonbesitzer Bookholzberger Friseurmeister schneidet seit 60 Jahren

Von Sonia Voigt | 06.04.2015, 14:02 Uhr

Als Arthur Krüger im April 1955 seine Lehre zum Friseur begann, wusch er seinen Kunden die Haare noch an Marmor-Waschtischen, viele kamen zur Nassrasur. 60 Jahre später steht der fast 75-Jährige immer noch im Friseursalon in Bookholzberg, der zwischenzeitlich sein eigener war und nun Salon Sudbrink heißt.

„Einen besseren Chef konntest du nicht kriegen“, lobt die heutige Inhaberin Anja Sudbrink Arthur Krüger, bei dem sie vor 30 Jahren selbst ihr Handwerk lernte. Der herzliche Ton und humorvolle Umgang zeichnen den familiären Friseursalon an der Nutzhorner Straße in „Bookholzberg unten“ aus. „Ich bin vom kleinen Lehrling zum Chef und wieder zum Angestellten geworden“, umreißt der gebürtige Preuße und Wahl-Bookholzberger Krüger seine Laufbahn. Nach Lehrstationen in Neerstedt und bei Friseurmeister Kühne in Delmenhorst, die er täglich radelnd aus Steinkimmen erreichen musste, landete er 1959 an seiner jetzigen Wirkungsstätte, die er gut zehn Jahre später vom Vorbesitzer Dr. Engelbardt übernahm.

Salon bietet auch Löschpapier und Pinzette

„Bis 2005 war ich selbstständig, davon kommt man nicht so einfach runter“, erklärt Krüger, warum er nach der Übergabe des Salons an Anja Sudbrink nicht einfach Schere und Kamm zur Seite legte. Proteste zuhause gegen den beruflichen Einsatz sind nicht zu erwarten, schließlich ist auch seine Frau schon seit 1970 im Friseursalon eingebunden und übernimmt mit Arthur Krüger gemeinsam die Urlaubsvertretung für Sudbrinks. „Dann ist es wieder das alte Team“, sagt er. Trotzdem hat sich viel geändert: „Früher gab es hier von Löschpapier über die Pinzette bis zum Zigarettenpapier alles“, erinnert sich ein Stammkunde.

Stammkunden nehmen Anfahrt in Kauf

Überhaupt die Stammkunden: Sie machen über 90 Prozent von Krügers Klientel aus und nehmen dafür auch Wege in Kauf, wie Kai Schoop aus Bardewisch. „Ich komme seit 25 Jahren zu Arthur, zum ersten Mal war ich als Zehnjähriger mit Papa da“, beschreibt er das langjährige Vertrauensverhältnis zum immer gut gelaunten Friseurmeister. Der denkt noch nicht ans Aufhören: „Solange Anja zufrieden ist, mache ich weiter“, sagt er.