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Vom Notbehelf zur gefragten Ortswehr Bergedorfer Brandschützer feiern ihren 75. Geburtstag

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 18.11.2017, 14:13 Uhr

Kein Festball, keine offiziellen Worte, ganz bescheiden wird in diesen Tagen bei der Freiwilligen Feuerwehr Bergedorf Geburtstag gefeiert. Dabei sorgen die Brandschützer 2017 doch bereits seit einem dreiviertel Jahrhundert für die Sicherheit der Bürger.

Dabei sorgen die Brandschützer 2017 doch bereits seit einem dreiviertel Jahrhundert für die Sicherheit der Bürger. Wann genau die Wehr gegründet wurde, das ist in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren gegangen.

75 Jahre im Dienst der Bürger

Eines ist aber gewiss: In den zurückliegenden 75 Jahren hat sich die Ortsfeuerwehr vom einstigen Notbehelf zur gefragten Kraft und Spezialistin der sechs Feuerwehren in der Gemeinde Ganderkesee gemausert. Kreisweit ist etwa ihr Dekontaminationszug gefragt, wenn es zu Gefahrgut- oder Chemieunfällen kommt.

Zur Kriegszeit gegründet

Aufgestellt im Kriegsjahr 1942, als die damaligen Feuerwehren der Gemeinde in Ganderkesee, Bookholzberg, Falkenburg und Schierbrok nach Bombenangriffen bis nach Bremen oder Wilhelmshaven ausrücken mussten, war die Bergedorfer Einheit zunächst nur ein Notbehelf. Ebenso die Löschgruppen in Immer und Havekost.

Erste Ausrüstung bestand aus Eimern

Die erste Ausrüstung der 15 namentlich noch bekannten Dorfbewohner bestand nur aus einer Handdruckspritze und Eimern. Ihr erster Kommandant war Bernhard Schütte. Schon kurz nach Kriegsende, am 20. Juni 1945, gründete der spätere Ganderkeseer Bürgermeister und Landrat Georg von Seggern die Feuerwehr neu. Beim 50. Geburtstag gehörten der Feuerwehr 57 aktive Mitglieder an, heute engagieren sich 60 Bergedorfer im aktiven Dienst, darunter neun Frauen. Hinzu kommen 24 Senioren.

Eigenes Gerätehaus erst 1973

Zum eigenen Gerätehaus kamen die Brandschützer erst 1973. Zu den schlimmsten Einsätzen zählt das Flugzeugunglück vom September 1997, bei dem ein Pilot unmittelbar nach dem Start auf dem Ganderkeseer Flugplatz in Ohe abstürzte und in den Trümmern verbrannte.

Einsätze bei Naturkatastrophen

Unvergessen sind auch die Einsätze bei Naturkatastrophen in den 1970er Jahren – beim Orkantief Quimburga 1972 oder im Ausnahmewinter 1978/79.