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Von der Kuhwiese zum Paradies Arboretum Neuenkoop lockt mit seltenen Gehölzen und Blütenpracht

Von Jasmin Johannsen | 03.06.2017, 16:40 Uhr

„Vor 20 Jahren haben hier noch die Kühe gegrast“, erzählt Matthias Rieger mit Blick auf sein Arboretum in Neuenkoop. Der 52-Jährige hat das zwei Hektar große Grundstück 1996 erworben und sich mit einer privaten Gehölzsammlung und einem Versuchsgarten einen Traum erfüllt.

Zuvor hatte Rieger als Gärtner und Gartenbauarchitekt in Bremen und Oldenburg gearbeitet. In Neuenkoop hat er sich sein eigenes Gartenparadies geschaffen, dass von April bis Oktober auch für das Publikum geöffnet ist. „Nur ein Baum stand auf dem Grundstück, als ich es gekauft habe“, erinnert sich Rieger. Die Stieleiche, bei der Errichtung der Jugendstilvilla im Jahr 1908 gepflanzt, gedeiht zwar immer noch, umringt wird sie nun aber von über 1000 verschiedenen Gehölzen und Pflanzenarten. Besonders stolz ist Rieger auf seine Exoten, darunter drei amerikanische Mammutbäume, rund 50 verschiedene Magnolienarten und eine Auswahl an japanischen Blütenkirschen und Feigenbäumen.

Palmen funktionieren auch in der Wesermarsch

„Hier in der Region Wesermarsch können sogar Palmen im Garten gedeihen“, erklärt Rieger. Zum einen sei dieser Umstand dem milden Klima zu verdanken, zum anderen müssten dazu die richtigen Pflanzensorten ausgesucht werden. Um diese zu finden, unternimmt der passionierte Botaniker seit Jahren immer wieder Reisen in verschiedene Gebiete der Welt, darunter Neuseeland und das Himalaya-Gebirge, sammelt dort Gehölze und lässt sie im Arboretum erblühen.

Kleiner Weinberg im Garten

Neben den eindrucksvollen fremdländischen Gewächsen gedeihen aber auch einheimische Pflanzen im Park. So wechseln sich Dschungelpfade, mediterrane Terrassen und maurische Gärten mit Kastanienwiesen und Wildblumen ab. Sogar ein kleiner Weinberg wird den Besuchern geboten.

Im Juni besonders schön

Die Artenvielfalt sei ihm bei der Modellierung des Gartens besonders wichtig gewesen. „Da gibt es zu jeder Jahreszeit etwas zu entdecken“, schildert Rieger. Dieser Umstand verblüfft auch Gudrun Korte immer wieder. Die Wüstingerin bietet zusammen mit Tibke Vehlies und Bettina Cordes Führungen durch das Arboretum an.

„Besonders schön ist es im Juni, dann blüht jede Woche eine andere Pflanze“, schwärmt Korte.