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Vorbereitung auf Regelschulen Junge Flüchtlinge büffeln fleißig in Steinkimmen und Bookholzberg

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 29.01.2016, 14:44 Uhr

Jugendlichen Flüchtlingen ermöglicht das Kreis-Jugendamt unter anderem in Steinkimmen und Bookholzberg ihr Recht auf Bildung. Auch das Abitur liegt im Bereich des Möglichen.

Die Betreuung von jugendlichen Flüchtlingen, die unbegleitet nach Deutschland gekommen sind, ist für das Jugendamt des Landkreises Oldenburg eine Herausforderung, die Personal und Arbeitszeit bindet. Dass sich dieser Einsatz im Sinne der Integration auszahlt, betont der Leiter des Jugendamtes Martin Ahlrichs. „Die Jugendlichen sind nicht auffälliger als andere Pubertierende“, stellte er klar.

Erstunterkunft auf dem Jugendhof

Das Amt betreibt seit Anfang November 2015 eine Erstunterkunft für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge auf dem Jugendhof Steinkimmen. Nach gestrigem Stand sind kreisweit 73 unbegleitete Minderjährige untergebracht. Auf dem Jugendhof wohnen zehn von insgesamt 17 im Oberschulalter sowie 33 der 56 Jugendlichen im Berufsschulalter.

Weitere Jugendliche werden im Wichernstift integriert. Auch auf dem Lindenhof in Hude und andernorts im Landkreis sind Jugendliche untergekommen.

Mehrzahl derzeit aus Afghanistan

Die überwiegende Mehrzahl stamme aus Afghanistan (41) sowie aus Syrien (22). Eine erste Bilanz des Miteinanders auf dem Jugendhof, dem zahlenmäßig größten Unterbringungsort, fällt laut Ahlrichs positiv aus. Lediglich einmal habe es aufgrund von Alkoholgenuss unter den muslimischen Jungen einen Streit gegeben.

„Die klare Tagestruktur mit einem Unterrichtsbeginn ab 8 Uhr hilft, erst gar keinen ‚Lagerkoller’ entstehen zu lassen“, erläutert der Amtsleiter. Auch die Unterbringung in Steinkimmen – in kleinen Gruppen anstelle in einer Massenunterkunft – trage sehr zum Miteinander bei.

Ihr Recht auf Bildung würden die 14 bis 17 Jahre alten Flüchtlinge gut nutzen.

Jugendliche lernen fleißig

„Sie lernen fleißig, und mit gutem Erfolg auch nach dem regulären Unterricht“, sagte Ahlrichs. Einen der Älteren, einen Heranwachsenden aus Syrien, habe man bereits für die Abiturlaufbahn vorgeschlagen, berichtet er und stellt dabei auch der regioVHS ein gutes Zeugnis aus. Die Volkshochschule vermittelt den Neuankömmlingen die Grundlagen der deutschen Sprache. Seit Jahresbeginn erfolge dies nicht mehr allein auf dem Jugendhof, sondern in einem Raum der Bookholzberger Oberschule: „Das hilft, die Schüler an ihr späteres Umfeld zu gewöhnen“, so Ahlrichs. Denn wohl nach den Osterferien sollen die Jugendlichen dort in Regelklassen beschult werden. Ältere kommen an die Berufsschule nach Wildeshausen. Auch dort wird bereits vor Ort unterrichtet – in Räumlichkeiten, die der VfL Wildeshausen gestellt hat.