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Vorfall in Großenkneten Prozess um Stiche in den Nacken

Von Alexander Schnackenburg | 09.12.2015, 15:57 Uhr

Seit Mittwoch steht 20-jähriger Angeklagter aus Großenkneten wegen möglichen versuchten Totschlags in Oldenburg vor Gericht.

Eine kurze Schlägerei und viel Blut haben offenbar alle unmittelbaren Tatzeugen gesehen. Zum präzisen Hergang aber äußerten sie sich unterschiedlich. Seit Mittwoch, 9. Dezember 2015, verhandelt das Landgericht Oldenburg einen Prozess gegen einen 20-jährigen Angeklagten aus Großenkneten.

Vorwurf des versuchten Totschlags

Laut Staatsanwaltschaft soll er im späten August dieses Jahres auf einem Dorfplatz in Ahlhorn mit einer Schere auf einen angehenden Kfz-Mechantroniker eingestochen haben. Die Staatsanwaltschaft hält dem Angeklagten versuchten Totschlag vor. Es sei „eine glückliche Fügung“, dass der Geschädigte nicht an seinen Verletzungen gestorben sei.

Narben am Nacken präsentiert

Sechs Stichwunden hat dieser der Staatsanwaltschaft zufolge bei der Schlägerei mit dem Angeklagten davon getragen. Die hieraus resultierenden Narben am Nacken präsentierte der 20-jährige, der zugleich als Nebenkläger auftritt, gestern dem Gericht. Er spüre noch immer stechende Schmerzen von der Schulter bis in den Hinterkopf, gerade dann, wenn er über die Haut streiche, welche sich pelzig und dick anfühle. Weitere Stichwunden habe er im Rücken und an den Füßen erlitten.

Unklar, wie es zur Auseinandersetzung kam

Unklar blieb gestern, wie es zu der Auseinandersetzung der beiden Männer auf dem Dorfplatz gekommen war. Während der Geschädigte angab, dass er dort einen Streit zwischen dem Angeklagten sowie einem Dritten habe schlichten wollen, woraufhin ihn der Angeklagte seinerseits angegriffen habe, gaben mehrere Augenzeugen an, nur von der Auseinandersetzung des Angeklagten und des Geschädigten etwas mitbekommen zu haben – allerdings auch nicht viel. Es sei alles sehr schnell gegangen, so die Zeugen übereinstimmend.

Tatwaffe will niemand gesehen haben

Die Tatwaffe will niemand gesehen haben, weil sie zum einen verdeckt gewesen sei und weil es an dem betreffenden Abend außerdem bereits gedämmert habe. Sogar der Geschädigte gab an, die Stichverletzungen zunächst als Schläge wahrgenommen zu haben. Erst das viele Blut sowie ein Blick auf die Wunden habe ihn eines Besseren belehrt, weswegen er schließlich unter starken Schmerzen ins Krankenhaus gefahren sei.

Der Angeklagte wollte sich gestern nicht zu den Vorwürfen äußern. Belastet haben ihn indes übereinstimmende Zeugenaussagen, wonach er mehrfach angekündigt haben soll, dem „Nächsten“, mit welchem er „Stress“ habe, eine Schere in den Hals zu stechen.

Das Landgericht Oldenburg um den vorsitzenden Richter Dr. Dirk Reuter setzt die Verhandlung am Donnerstag, 17. Dezember, fort.