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Vortrag in Stenum Junglandwirtin setzt nun doch auf Melkroboter

Von Biljana Neloska | 16.10.2018, 20:53 Uhr

Jana Eilers ist eine Junglandwirtin aus Schönemoor. Bei einer Vortragsveranstaltung des Landfrauenvereins Ganderkesee hat sie von ihrem Werdegang berichtet und erklärt, was ihr bei ihrem Beruf besonders wichtig ist.

Jana Eilers ist 28 Jahre alt und betreibt als Junglandwirtin mit ihren Eltern einen Milchviehbetrieb in Schönemoor. Was das genau bedeutet und warum sie sich entschlossen hat, in diesem Beruf zu arbeiten, war Thema ihres Vortrags beim Landfrauenverein Ganderkesee im Hotel Backenköhler in Stenum. „Ich wollte das gerne weitermachen, was meine Eltern aufgebaut haben. Ich bin damit aufgewachsen. Für mich war ganz schnell klar, also als Kind schon, dass ich das auch machen möchte“, sagte Eilers. Zu ihren täglichen Aufgaben auf dem Hof mit 130 Milchkühen gehören ganz unterschiedliche Dinge: Kontrollieren, ob die Kühe im Stall gemolken wurden, die Tiere füttern und Arbeiten auf dem Feld.

„Vorteile mit den Robotern überwiegen“

„Mir macht die Arbeit Spaß. Ich bleibe auf jeden Fall dabei“, sagte die gelernte Landwirtschaftsmeisterin. Nach ihrem erweiterten Realschulabschluss, betrieblicher Ausbildung und Gesellenprüfung absolvierte Eilers ein Praxisjahr im familieneigenen Betrieb. 2013 ist sie mit eingestiegen. Seitdem habe sich einiges im Betrieb getan und das sei auch notwendig gewesen, wie die Junglandwirtin berichtete. Beispielsweise sei der Kuhbestand von 60 auf 130 Tiere aufgestockt worden. Außerdem kämen jetzt auch Melkroboter zum Einsatz. „Obwohl ich immer gesagt habe, bei uns kommen keine Roboter auf den Hof. Ich wollte früher immer, dass die Kühe auf die Weide gehen. Aber die Vorteile mit den Robotern überwiegen“, so Eilers. Man sei einfach flexibler und müsse nicht unbedingt früh morgens um 5 Uhr in den Stall hetzen, um die Kühe zu melken. Das sei auch für die Tiere von Vorteil, weil sich dann bei ihnen nicht so ein großer Euterdruck bilden würde. Besonders wichtig ist der 28-Jährigen die Öffentlichkeitsarbeit, wie sie erklärte. Als sie und ihr Bruder noch im Kindergarten waren, seien schon Kita-Kinder auf den Hof gekommen, um sich den Betrieb anzusehen. Heute seien es zunehmend Schulklassen, seit 2017 auch in Zusammenarbeit mit dem Umweltzentrum Hollen, das die Schulausflüge zum Hof koordiniere, berichtete sie. Ein- bis zweimal im Monat seien die jungen Besucher zu Gast, um etwas über die Landwirtschaft zu erfahren. Sie würden zum Beispiel lernen, „wie viel eine Kuh eigentlich frisst, was mit dem Futter in der Kuh passiert und was dann aus der Kuh wieder rauskommt, sowohl Milch als auch Gülle“. „Ich finde es sehr wichtig, dass die Kleinen lernen, wie es wirklich auf so einem Hof abläuft, und dass sie nicht mit negativen Bildern aufwachsen“, betonte Eilers und ergänzte: „Und es funktioniert. Die Kinder kommen vielleicht etwas verunsichert an, halten sich die Nase zu, aber verlassen den Hof dann mit einer ganz anderen Einstellung.“

Engagement für Junglandwirte

Neben der Öffentlichkeitsarbeit sei ihr auch das Engagement bei den Junglandwirten Oldenburg sehr wichtig, bei denen sie auch mit im Vorstand ist. Die Gruppierung von jungen Landwirten aus dem Landkreis Oldenburg sowie angrenzenden Gebieten gibt es seit 2016. Regelmäßig organisieren die jungen Landwirte Vorträge und Fortbildungen. Zukünftig sind auch Arbeitskreise zu unterschiedlichen Themen geplant. Angedacht sei auch, dass gegenseitig die Stärken und Schwächen der einzelnen Betriebe analysiert werden. Es sei immer gut, wenn man auch einen Blick von außen habe. „Uns geht es vor allem auch darum, als junge Landwirte gemeinsam unsere Interessen zu vertreten und den Zusammenhalt untereinander zu stärken“, erklärte Eilers.