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Vortragsabend in Ganderkesee Naturschutz und Jagd unter einem Hut

Von Reiner Haase | 08.10.2015, 19:15 Uhr

Der Landwirt, Jäger und Naturschützer Helmut Blauth informiert in Ganderkesee über Naturschutz und Jagd. Für ihn passen die Themen gut unter einen Hut.

Helmut Blauth ist Naturschützer. Und er ist Jäger. In einer Veranstaltung des Naturbündnisses Hasbruch zeigt er am Dienstag, 13. Oktober, im Kulturhaus Müller in Ganderkesee auf, wie die Passionen Jagd und Naturschutz unter einen Hut passen. „Ich halte ungern reine Vorträge. Ich will mit den Besuchern ins Gespräch kommen“, kündigt Blauth an. Gesprächsstoff sollen neben seinen Worten und den Fragen und Beiträgen der Gäste auch Bilder und kleine Filmchen geben, die der Delmenhorster mit nach Ganderkesee bringt.

Naturfreund seit Kindertagen

Der Leiter des Guts Dauelsberg, einer sozialen Einrichtung mit großer Landwirtschaft, stellvertretende Vorsitzende der Landesjägerschaft und Kreisjägermeister jagt in zwei Revieren und sagt von sich, er sei seit der Kindheit der Natur verbunden. „Wir entnehmen der Natur, was der Gesetzgeber als überzählig eingestuft hat. Aber vor allem hegen wir“, betont Blauth. Überzählig sind für ihn vor allem eingeschleppte Arten wie Waschbär, Nutria und Marderhund, aber auch Pflanzen wie der Riesenbärenklau. „Sie haben keine natürlichen Feinde. Sie verdrängen angestammte Arten. Wir kommen kaum dagegen an“, stellt er fest.

Artenvielfalt schwindet

Im Haus Müller wird Blauth auch auf die Veränderungen in der Landschaft eingehen, die zum Schwund der Artenvielfalt beitragen. „Wir Jäger könnten’s uns leicht machen und von Fasan und Rebhuhn auf Wildschwein umsteigen. Die Pfanne wäre hundertmal schneller voll. Aber das genügt uns nicht“, stellt er klar. So wird er auf Blühstreifen eingehen und das den Landwirten von der EU mit Fördergeld schmackhaft gemachte Greening darstellen, bei dem es fürs Umwandeln von fünf Prozent Ackerfläche in Brachland Entschädigungen gibt. „Auf das Geld kann kaum ein Landwirt verzichten. Aber reicht das? Es fehlt die Vernetzung der Biotope“, so Blauth.

Naturbündnis als Gastgeber

Der Gast des Naturbündnisses Hasbruch kann das Gesagte mit Zahlen belegen, er kennt als Landwirt, Jäger und Naturschützer die Gesetze und Hintergründe. „Das passt gut in unsere Vortragsreihe zu Themen, die die Leute ansprechen und für den Naturschutz bedeutend sind“, stellt Mit-Organisator Hans Fingerhut von der Nabu-Ortsgruppe Ganderkesee fest. Hinter dem Vortragsabend stehen auch der Nabu, die Hasbruchfreunde, der Fuhrenkamp Schutzverein und die regioVHS.