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W-Lan-Schlüssel breit verteilt Täterfrage bleibt offen in Hatter SPD-Sex-Affäre

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 19.01.2018, 18:05 Uhr

Die Internet-Spur in der Hatter SPD-Sex-Affäre führt nicht nur zum Ortsvorsitzenden Toth. Er hatte seinen W-LAN-Schlüssel breit gestreut.

Der Hatter SPD-Vorsitzende und Ratsherr Oliver Toth ist möglicherweise durch allzu leichtfertigen Umgang mit einem W-Lan-Schlüssel in den Verdacht geraten, seine Hatter Parteikollegin Katja Radvan im Sommer 2016 für kurze Zeit mit einem Profil auf der Sexkontakt-Internetseite „Poppen.de“ bloßgestellt zu haben. „Das ganze Team zur Vorbereitung der Kommunalwahl hat bei Toth zusammengesessen. Wer zur Erleichterung der Zusammenarbeit den W-LAN-Schlüssel haben wollte, hat ihn bekommen“, berichtet Axel Brammer, SPD-Unterbezirksvorsitzender und Landtagsabgeordneter.

Prozess ohne Urteil

Radvan, seit der Kommunalwahl 2016 ungeachtet der Kontaktanzeige als erfolgreiche Stimmensammlerin Hatter Ratsvorsitzende und Abgeordnete des Kreistags, hatte Anzeige erstattet, zunächst gegen Unbekannt, dann, als Ermittlungen der Polizei Spuren Richtung Toths Computer wiesen, gegen Toth. Im Strafprozess akzeptierte Toth trotz Beteuerung, er habe mit dem Inserat nichts zu tun, eine Geldauflage von 2000 Euro und die Übernahme der Prozesskosten. Ein Urteil wurde nicht gefällt.

Schuldig oder unvorsichtig

Brammer bekräftigt seine Aussage, auf vorschnelle Urteile müsse verzichtet werden, und er habe in der Affäre stets nach der Rechtslage gehandelt. „Was der Staatsanwalt nicht zum Ende gebracht hat, kann ich nicht abschließen“, so Brammer. Toth habe „teuer bezahlt, entweder als Schuldiger oder als jemand, der unvorsichtig mit dem W-LAN-Schlüssel umgegangen ist.“

Brammer gebranntes Kind

Brammer hat selbst erfahren, dass dieser Schlüssel unliebsame Internet-Aktivitäten ermöglicht: Er sollte eine vierstellige Summe fürs Herunterladen von Musik des Rappers Bushido berappen. Glaubhaft behauptet Brammer, dass er die Musik des umstrittenen Rappers nie herunterladen würde. Im Sande verlaufen ist die Angelegenheit aber nur, weil er nachweisen konnte, dass er zum entsprechenden Zeitpunkt ohne Zugang zum eigenen Computer in einer SPD-Fraktionsklausur in Lüneburg gesessen hat. „Mein Passwort war wohl zu einfach“, hat Brammer gelernt.

Wogen im SPD-Ortsverein glätten sich

Der SPD-Ortsverein Hatten hat am Donnerstagabend hinter verschlossener Tür getagt und – in Anwesenheit der Kontrahenten – die Angelegenheit Radvan/Toth behandelt. Die Stimmung in der gut gesuchten Versammlung sei gut gewesen, berichten Brammer und der stellvertretende Vorsitzende Gerrit Edelmann. Inhaltliches will der Vorstand erst im Laufe des Wochenendes kundtun.