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Wäldchen an der Bahn betroffen Baumfällung in Ganderkesee erzürnt Anwohnerin

Von Dirk Hamm | 06.03.2017, 20:24 Uhr

Nach dem Protest einer Anwohnerin ist am Montag eine Baumfällaktion an der Bahntrasse im Ort Ganderkesee vorläufig gestoppt worden. Ursprünglich sollte das parallel zur Goethestraße gelegene kleine Wäldchen vollständig abgeholzt werden.

Eine private Firma hatte am Vormittag im Auftrag des Kommunalservice Nordwest damit begonnen, die hoch aufragenden Bäume im Bereich zwischen dem Spielplatz an der Uhlandstraße und der Hausnummer Goethestraße 30 zu fällen. Dies sei aus Gründen der Verkehrssicherung unumgänglich, erklärte Hartmut Abel, Fachbereichsleiter Grün beim Kommunalservice, auf Nachfrage.

Mehr Bahnlärm ohne schützende Bäume

Irma Strauß wollte sich dagegen mit der Aussicht nicht abfinden, nach dem Fällen der Fichten, Erlen und Eiben, die ihr Gartengrundstück an der Goethestraße säumen, direkt auf die Bahngleise zu schauen. Sie befürchtet nach eigener Aussage, künftig dem Lärm der in unmittelbarer Nähe vorbeifahrenden Züge ungeschützt ausgesetzt zu sein. Außerdem bemängelte Strauß, dass die Baumfällarbeiten nach dem Beginn der Brut- und Setzzeit am 1. März ausgeführt werden. Auch sei eine rechtzeitige Information der Anwohner ausgeblieben.

Tote und abgestorbene Bäume bei Kontrolle aufgefallen

Abel versicherte hingegen, dass bereits vor Wochen Handzettel mit dem Hinweis auf die geplante Fällaktion verteilt worden seien. Zugleich betonte der Fachbereichsleiter, dass bei der jährlichen Baumkontrolle im vergangenen Sommer ein hoher Anteil an toten und abgestorbenen Bäumen entlang der Bahn aufgefallen sei.

Komplette Abholzung später gestoppt

Irma Strauß wandte sich am Mittag direkt an die Untere Naturschutzbehörde in Wildeshausen und erreichte, dass die Abholzung zunächst gestoppt wurde. Es wurde entschieden, nur noch ausschließlich die Bäume zu entfernen, die abgestorben sind und ein Sicherheitsrisiko für den Bahnverkehr darstellen, bestätigte Thomas Warns vom Amt für Naturschutz und Landschaftspflege auf Nachfrage. Behördenmitarbeiter Jörg Brümmer habe sich an den Ort des Geschehens begeben, um zu begutachten, welche Bäume stehen bleiben können. Für genauere Angaben, wie die Abholzung weiter verlaufen soll, war Brümmer gestern nicht mehr zu erreichen.

Hartmut Abel erklärte, dass bei den Grünpflegearbeiten kleinere Bäume und Sträucher von vornherein verschont werden sollten. Fraglich sei hingegen, ob es aufgrund des von den Anwohnern auf dem Streifen wild entsorgten Unrats möglich sei, neue Bäume anzupflanzen.