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Wahlen im Landkreis Oldenburg AfD sichert sich vier Sitze im neuen Kreistag

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 12.09.2016, 03:09 Uhr

Im Kreistag des Landkreises Oldenburg sitzen künftig vier Vertreter der AfD. Das sehen Vertreter der etablierten Parteien äußerst kritisch.

Wildeshausen. Die Alternative für Deutschland (AfD) hat jetzt auch den Sprung in den Kreistag des Landkreises Oldenburg geschafft. Die Partei erreichte aus dem Stand 7,85 Prozent der Prozent der Stimmen und sichert sich damit vier Sitze im künftigen Kreistag. Als stärkste Partei hat die CDU die SPD mit hauchdünnem Vorsprung abgelöst: Die Christdemokraten kamen auf 30,73 Prozent der Stimmen (minus 1,62 % gegenüber 2011), die SPD holte 30,55 Prozent (minus 3,29). Damit haben beide Parteien jeweils 15 Sitze.

CDU will AfD bei lokalen Themen entlarven

„Wir freuen uns, dass wir stärkste Partei geworden sind“, sagte CDU-Kreisvorsitzender Ansgar Focke, der sich allerdings über die Stimmenausbeute für die AfD ärgerte. „Wir wollen im Kreistag keine Parolen. Wir werden inhaltlich über lokale Themen wie Radwege, Straßensanierung, Schulstrukturen und bezahlbaren Wohnraum diskutieren und dabei die AfD entlarven“, so Focke und Fraktionsvorsitzender Günter Westermann.

Brammer freut sich über SPD-Ergebnis in Hatten

SPD-Unterbezirksvorsitzender Axel Brammer konnte sich zwar über sein persönliches Ergebnis in Hatten freuen (38,55 %). Er sei aber verärgert darüber, dass seine Vorschläge von Anfang dieses Jahres, wie man auf die Flüchtlingssituation und die AfD reagieren könne, nicht angenommen worden seien. Das Resultat für die AfD sei sehr überraschend. Er habe mit etwa sechs Prozent gerechnet.

Heins: Das sieht nach Protest aus

Das sieht der FDP-Kreisvorsitzende Niels-Christian Heins ähnlich. Die AfD habe sogar ohne Wahlkampf in der Gemeinde Hatten 7,02 Prozent der Wählerstimmen bekommen. „Das sieht nach Protest aus. Ich muss das alles aber genauer analysieren“, so Heins. Über das Ergebnis der FDP (9,69 %, plus 1,03 %) freue er sich.

Auch für Birte Wachtendorf, Kreisverbandssprecherin der Grünen, gab es Grund zum Feiern – trotz der Verluste in Höhe von 4,4 Prozent. Vor fünf Jahren habe es den Fukushima-Bonus gegeben. Dieses Resultat sei diesmal nicht zu halten gewesen. Es überwiege aber die Freude über die sechs Sitze im Kreistag. „Unsere gute Arbeit scheint honoriert worden zu sein“, so Wachtendorf. Ihr Kommentar zur AfD: „Das ist erschreckend.“

AfD hätte gerne zweistelliges Resultat gesehen

Herbert Sobierei von der AfD, dessen Partei in der Gemeinde Großenkneten sogar 10,33 Prozent der Stimmen für den Kreistag geholt hat, sprach von einem weinenden und einem lachenden Auge. Er hätte gerne ein zweistelliges Ergebnis gehabt. Der Vorstand habe allerdings erklärt, „aus dem Stand ist das schon ganz ordentlich“.

Als positiv bewerteten alle Politiker die Wahlbeteiligung: 56,77 Prozent gegenüber 54,9 Prozent vor fünf Jahren.