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Wahlprogramm vorgestellt CDU Ganderkesee will Bauernleid lindern

Von A. Schnackenburg und Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 08.06.2016, 09:02 Uhr

Der CDU-Gemeindeverband Ganderkesee hat sein Wahlprogramm „Aktiv vor Ort“ verabschiedet. Auch den Landwirten wollen die Christdemokraten in der Krise beistehen.

Am Montagabend hat der CDU-Gemeindeverband Ganderkesee im Schützenhof sein Wahlprogramm „Aktiv vor Ort“ für die Periode von 2016 bis 2021 verabschiedet.

Fünf Landwirte bewerben sich für Gemeinderat

Mit erstmals fünf Landwirten in den Reihen der Gemeinderatskandidaten rücken auch die Interessen der familiengeführten landwirtschaftlichen Betriebe in den Blick.

Wohnbebauung ermöglichen

Um die örtliche Infrastruktur zu verbessern, hält es die CDU laut Wahlprogramm für erforderlich, dass Ganderkesee neue Flächen zur Wohnbebauung hinzukauft, um diese preiswert an junge Familien abzugeben.

Insbesondere in den Grundzentren Ganderkesee und in Bookholzberg gelte es, Wohngebiete auszuweisen, doch auch „maßvoll“ in Heide, Stenum, Schierbrok und Hoykenkamp.

Heimische Wirtschaft stärken

Die heimische Wirtschaft möchte die CDU mit einer auf „Wirtschafts- und Arbeitsplatzwachstum“ ausgerichteten Politik stärken.

Bauaufträge an lokale Firmen vergeben

Die Fraktion fordert zudem ein „ganzheitliches Gemeindemarketing“. Auch machen sich die Christdemokraten dafür stark, „die Möglichkeiten der freien Vergabe und der beschränkten Ausschreibung konsequent und stärker als bisher“ zu nutzen – damit öfter als zuletzt heimische Betriebe in den Genuss von Bauaufträgen der Gemeinde kämen.

„Konservative Haushaltspolitik“

Fortsetzen möchte die CDU laut Wahlprogramm ihre „konservative Haushaltspolitik“, die auf einen ausgeglichenen Haushalt setze und darauf abziele, die Gemeinde nachhaltig zu entschulden.

Die CDU unterstreicht in ihrem Wahlprogramm mehrfach, dass für sie der Erhalt und Bestand der Dörfer und Bauerschaften unverzichtbar sei. Es gelte diese „sinnvoll und harmonisch weiterzuentwickeln“, wobei dem Dorfcharakter Rechnung zu tragen sei. „Eine entsprechende Bebauung wie beispielsweise in Grüppenbühren, Hengsterholz/Havekost muss zugelassen werden“, heißt es hierzu in dem Wahlprogramm.

Ländliche Region stärken

Doch auch die ländliche Region möchte die CDU weiterentwickeln, etwa durch verstärkten Wirtschaftswegebau, aber auch durch weitere Lärmschutzmaßnahmen entlang der Bahnstrecke Bremen-Oldenburg.

Bauernleid lindern

Auch das Leid der Bauern bleibt nicht unkommentiert. „Ganze Existenzen hängen vom Milchpreis ab“, wusste Milchviehhalter und CDU-Gemeinderatskandidat Lars Hüneke am Montag bei einem Besuch des CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Focke und der CDU-Fraktion auf seinem Hof in Stenum zu berichten.

Verbraucher jetzt in der Pflicht

„Wir wollen ein Zeichen setzen“, überschrieb CDU-Ratsherr Carsten Jesußek die Visite im Stall. Die Botschaft: „Die Verbraucher sollen nicht immer nur das billigste Produkt kaufen“, so Jesußek.

In Deutschland mehr zu produzieren, als der Markt gegenwärtig aufnehmen würde, sei nicht die Quelle des Milchpreisverfalls, betonte Focke. Nach Auslaufen der Milchquote habe es bloß eine Produktionssteigerung von 3,2 Prozent gegeben, zählte er auf. Seine Fraktion stemme sich darum vehement gegen Pläne der rot-grünen Landesregierung zur Reduzierung der Milchmenge.

„Landwirtschaft hat ein riesiges Problem“ Die CDU-Fraktion im Landtag dränge den Bund, so schnell wie möglich ein Hilfsprogramm aufzulegen. Die Lage sei ernst, betonte Focke: „Die Landwirtschaft hat ein riesiges Problem“, stellte er fest.