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Waldbesitzer sollen Laubhölzer pflanzen Mehr Buchenbesatz für Forste im Kreis Oldenburg gefordert

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 13.05.2016, 16:17 Uhr

Großenkneten Das Land Niedersachsen möchte die Waldbesitzer im Kreis Oldenburg zum Anbau von mehr Laubholz bewegen. Diese aber fürchten schwindende Profite und sandige Böden.

Es wachsen wieder mehr Buchen in den hiesigen Wäldern. Ihre Zahl steige seit Jahren, sagt Dr. Florian Stockmann, Leiter des Forstamts Weser-Ems. Für seinen Geschmack, insbesondere aber für jenen der niedersächsischen Landesregierung, dürften es aber noch mehr Buchen sein, erklärte er am Donnerstag bei der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Oldenburg/Delmenhorst in Großenkneten.

Förderrichtlinien geändert

Genau deshalb habe die Landesregierung voriges Jahr ihre Förderrichtlinien geändert: Jetzt fördert das Land die Investitionen in den Anbau von Laubholz mit rund 80 Prozent, jene für den Anbau von Nadelholz dagegen – je nach Art und Kultur – nur noch mit rund 50 bis 60 Prozent. Die Details seien kompliziert, versichert Bezirksförster Michael Feiner. Um den Waldbesitzern die Förderrichtlinien zumindest teilweise genauer zu erläutern, hatte Feiner sie für Donnerstagnachmittag im Vorfeld der Jahreshauptversammlung zu einem Rundgang durch ein Waldstück am Rüspelbusch eingeladen. Etwa 30 nutzten die Gelegenheit zum gemeinschaftlichen Spaziergang. Insgesamt, so Feiner, gehörten der Forstbetriebsgemeinschaft Oldenburg/Delmenhorst über 550 Mitglieder an. Die Gemeinschaft betreue eine Fläche von etwa 5500 Hektar.

Es mangelt den Böden an Nährstoffen

Ob es dem Forstamt und dem Land Niedersachsen – Fördermittel hin, Fördermittel her – aber tatsächlich glücken wird, die Waldbesitzer zum weiteren Anbau von Laubholz zu bewegen, ist fraglich, zumal im Landkreis Oldenburg, räumt Feiner ein. Es mangele den Böden an Nährstoffen: „Wir haben hier fast nur Sand, und auf Sand wächst die Buche nicht so gut.“ Ein höherer Lehmanteil, erklärt der Förster, wäre vorteilhaft.

Wald als Geldanlage

Dort jedoch, wo sich Laubbäume wie Buchen auch ohne allzu spektakuläre Bodenaufbereitung anpflanzen ließen, überwögen, zumindest aus ökologischer Sicht, die Vorteile. So seien Laubbäume in der Regel nicht so anfällig für Schädlinge, gar resistent gegenüber dem Borkenkäfer. Ökonomisch betrachtet aber lasse sich nicht leugnen, dass die Waldbesitzer Nadelholz schneller zu Geld ummünzen könnten als Laubholz. Und die meisten Waldbesitzer, erklärt Stockmann, nutzten ihr Land nun einmal als Geldanlage.