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Warum sie weichen musste Baum vor Ganderkeseer Kirche gefällt

Von Thomas Deeken | 19.12.2018, 08:36 Uhr

Ungewohntes Bild vor der katholischen Kirche am Habbrügger Weg in Ganderkesee: Die große Weide ist weg. Das hat Sicherheitsgründe.

Ungewohntes Bild vor der katholischen Kirche am Habbrügger Weg in Ganderkesee: Die große Weide ist weg. „Ich habe mich schweren Herzens entschlossen, den Baum wegzunehmen“, sagte Pfarrer Norbert Lach, der den etwa zwölf Meter hohen Baum am Montagabend mit Weihwasser ausgesegnet habe, auf Anfrage unserer Zeitung. Die Entscheidung tue ihm persönlich weh, aber die Sicherheit der Menschen auf der Straße und auf dem Gehweg habe Vorrang, erklärte Lach. Denn bei jedem Sturm seien zum Teil schwere Äste aus der Weide gebrochen und hätten immer wieder Fußgänger, Rad- und Autofahrer gefährdet.

Beschluss des Kirchenausschusses umgesetzt

Durch die Wegnahme dieses ortsbildprägenden Baums, der nicht nur mit vielen Ästen auf die Straße ragte, sondern auch stark auf den Kirchturm zuwuchs, hat der Pfarrer im Endeffekt den Beschluss des Kirchenausschusses der katholischen Kirchengemeinde St. Marien umgesetzt. Ob er ganz gefällt wird oder ob möglicherweise „aus ökologischen Gründen“ ein Torso in Höhe von 3,50 Meter bleiben soll, wie der Gehölzsachverständige Helmut Titschack aus der Gemeinde Hude vorschlug, stand noch nicht fest.

Gefährlich bei Sturm, Schnee und Eis

Wichtig sei aber nicht nur das Thema Verkehrssicherheit. Darüber hinaus erhielten die beiden Eiben in unmittelbarer Nähe zur Weide mehr Platz und Licht. Die Eibe sei seltener als die Weide, könne bis zu 2000 Jahre alt werden und sei ein unbedingt erhaltenswerter Baum, erläuterte der Huder Sachverständige. Die Weide an der Kirche sei ausladend gewachsen und neige zum Ausbrechen. Das sei vor allem bei Sturm, Schnee und Eis gefährlich.

Weiden haben kürzeres Leben

Im Gegensatz zur Eibe lebe die Weide nicht so lange. Sie könne zwar durchaus 100 Jahre alt werden, aber dann sei sie meist schon lange nicht mehr intakt, ergänzte Titschack. Man könne den Baum auch kappen und den gekürzten Baum mit dem Efeu für die Vögel erhalten. Der Baum bleibe aber dann „ein Pflegefall“.