Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Watvögel werden an Gehege gewöhnt Tiergehege Dötlingen ab 1. Mai mit Waterkant

Von Reiner Haase | 21.04.2015, 18:14 Uhr

Im Privatgehege Dötlingen beginnt die Saison am Freitag, 1. Mai. Neu ist ein großer Bereich für Watvögel.

Die Familie Lenz hat im Privatgehege Dötlingen einen Strukturwandel angebahnt. Eine große Weide für Vierbeiner ist umgestaltet worden in ein hügeliges Landschaftsidyll rund um einen Teich. „Wir wünschen uns, dass sich hier Watvögel aus dem Nord- und Ostseeraum wohlfühlen“, erläutert Horst Lenz, der das Privatgehege mit seiner Frau Verona führt.

Friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Tiere

Seit der Eröffnung des Privatgeheges vor 19 Jahren verfolgt Familie Lenz das Prinzip, unterschiedliche Tierarten friedlich zusammenleben zu lassen und ihnen die Scheu vor Menschen zu nehmen. „Wir probieren aus, welche Tiere wir ruhig halten können. Sie sollen lernen, dass wir’s gut mit ihnen meinen“, berichtet Horst Lenz. Einige gefiederte Freunde aus dem Altbestand lassen’s sich im Watvogelgehege schon gutgehen: Der dreijährige Storch und die 25-jährige Störchin stelzen umher und putzen sich das Gefieder. „Sie hält ihn auf Abstand. Sie hat im letzten Jahr ihren Lebensgefährten verloren“, sagt Verona Lenz. Für den Fall, dass sie sich doch noch füreinander entscheiden, ist vorgesorgt: Eine neue Nisthilfe ist aufgestellt.

Seidenreiher sollen sich zu Kronenkranichen gesellen

Eng beieinander mögen’s die prachtvollen Kronenkraniche. „Im letzten Jahr haben wir ein Ei gefunden. Ich hoffe jetzt auf einen Bruterfolg, damit ein bisschen Geld in die Kasse kommt“, gibt sich Horst Lenz pragmatisch. Zwei schwarze Schwäne ziehen im Wasser des neu angelegten Teiches gemächlich ihre Runden. Überall und nirgends sind die Zwerghühner unterwegs.

Zwei neue Seidenreiher

Die ersten Kandidaten für zusätzliches Leben im Watvogelbereich sind zwei Seidenreiher. Sie sind ganz offensichtlich in der Eingewöhnungsphase und sausen noch recht aufgeregt in einem separaten Gehege mit Netz obendrüber hin und her. Das Netz soll verhindern, dass die schneeweißen Vögel mit schwarzem Schnabel, schwarzen Beinen und gelben Füßen entfleuchen, und auch Schutz vor Greifvögeln bieten.

Von Podest Blick auf Leben am Ufer

Für das Watvogelgehege hat sich die Familie Lenz seit November 2014 mächtig ins Zeug gelegt. Die platte Weide ist mit 170 Kubikmetern Mutterboden modelliert worden. Dränagen leiten überschüssiges Regenwasser ab. Für den Teich und den Uferbereich sind Wesersand und -kies herangekarrt worden. Baumstümpfe und dicke Äste bieten den Vögeln Schutzräume und Plätze fürs Bad in der Sonne. Ausgewählt ist die Bepflanzung: „Wir haben an unseren Meeren heimische Sträucher genommen, die die Vögel nicht fressen“, erklärt Horst Lenz. Ein hölzernes Podest mit Gartenbank verschafft dem Besucher Überblick.

Deutlich weniger große Tiere

Die Zahl der größeren Tiere in den Gehegen hat die Familie Lenz drastisch verringert. „Wir wollen uns die Arbeit einfacher machen. Wir werden auch nicht jünger“, stellt Horst Lenz fest. Geblieben sind einige Känguruhs, die zahme weiße Hirschkuh und der noch zahmere Rehbock, groß- und kleinwüchsige Ziegen, eine ältere Alpaka-Stute und ein noch älterer Alpaka-Hengst, der sein Hinterteil nur noch hoch bekommt, wenn der Tierarzt ihm zu nahe kommt. „Er frisst bei uns sein Gnadenbrot mit Bananen. Der Tag des Abschieds kommt näher“, schaut Horst Lenz voraus. Auch das Vergehen ist Teil des Alltags in einem Tiergehege.

1. Mai Eröffnung mit freiem Eintritt

Das Privatgehege Dötlingen, Krim 1, ist am Tag der Dötlinger Gartenkultour am Freitag, 1. Mai, von 11 Uhr bis 18 Uhr für jedermann ohne Eintritt geöffnet. „Wir stellen ein Sparschwein auf“, kündigt Horst Lenz an, „wer zahlt, der zahlt.“ Ansonsten werden Gruppen und kleinere Gesellschaften auf dem zwei Hektar großen Gelände rund um ein altes restauriertes Bauernhaus nach Anmeldung unter Telefon (04433) 1282 empfangen. Weitere Informationen gibt es unter www.privatgehegedoetlingen.de . Die Seite zeige jedoch zurzeit nicht den aktuellen Tierbestand an und werde wegen des Strukturwandels überarbeitet, berichtet Verona Lenz.