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Wechsel im Ganderkeseer Ortsverband Neuer Vorstand will DRK-Skandal hinter sich lassen

Von Lennart Bonk und Johannes Giewald | 16.03.2017, 14:46 Uhr

Der Wirbel um den Verlust des Rettungsdienstes für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Ganderkesee hat auch in der ehrenamtlichen Arbeit des Ortsverbands Spuren hinterlassen. Im Vorstand hat das nun personelle Folgen.

Petra Hubmann-Lübbe ist nicht mehr 1. Vorsitzende des DRK-Ortsverbandes. Erschrocken sei sie über die „Streitkultur im Kreisverband“ bezüglich der Ereignisse um fehlerhafte Abrechnung in sechsstelliger Höhe im Rettungsdienst und deren Konsequenzen gewesen. Die Vorsitzende stellte am Mittwoch auf der Jahreshauptversammlung ihr Amt zur Verfügung. „Die vielen Termine sind mir sehr nahe gegangen“, sagte Hubmann-Lübbe.

Andreas Strodthoff wurde von rund 30 anwesenden Mitgliedern zu ihrem Nachfolger gewählt. Der neue Vorsitzende stellte sich vor seine Vorgängerin: Der große Aufwand rund um die Vorfälle beim hauptamtlichen Rettungsdienst wäre für Petra Hubmann-Lübbe nicht abzusehen gewesen, als sie das Amt vor einem Jahr übernahm. „Das war bestimmt nicht immer einfach“, sagte Strodthoff.

„Verlust des Rettungsdienstes hat emotional berührt“

Der bisherige stellvertretende Vorsitzende hat sich Ziele für den Ganderkeseer DRK-Ortsverband gesteckt: Unter seiner Leitung will das DRK die Jugendarbeit ausbauen und die Blutspenden weiter in die Öffentlichkeit tragen. Auch die Sozialangebote wie Senioren- oder Tanzgruppen „könnten mehr Wahrnehmung gebrauchen“.

Die Übergabe des hauptamtlichen Rettungsdienstes an die Malteser habe reibungslos geklappt , bestätigte Strodthoff das Meinungsbild der neuen Hausherren. „Der Verlust des Rettungsdienstes hat die Einsatzkräfte emotional sehr berührt“, sagte Gerrit Bakenhus vom Bereitschaftsdienst. Dennoch sei der Sanitätsdienst des Ortsverbandes trotz der Unruhen um den Skandal immer noch sehr gefragt.

Fasching als Signal

„Die Konsequenzen für den Bereitschaftsdienst haben wir abwenden können“, sagte Andreas Strodthoff. Beim Fasching habe der Ortsverband ein deutliches Signal dahingehend setzen können. Rund 800 Einsatzstunden waren die Sanitäter während der Faschingsveranstaltungen vor Ort. Auch bei Werder-Heimspielen am Weserstadion und weiteren Sportveranstaltungen leisten die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder weiter ihren Dienst.

 Weiterlesen: Wie es mit dem Rettungsdienst in Ganderkesee weitergeht