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Umweltzentrum Hollen Weideflechtkurs begeistert Teilnerhmerinnen in Ganderkesee

Von Birgit Stamerjohanns | 01.10.2019, 23:11 Uhr

So entstehen Kunstwerke für den heimischen Garten im Umweltzentrum Hollen. Nächster Flechtkurs startet Ende Oktober.

Das, was Tanja Teuber zum Schwärmen bringt, ist einen guten Meter lang, wenige Millimeter dünn und extrem biegsam. „Weidenzweige sind einfach so lebendig, auch wenn sie tot sind“, schwärmt die Delmenhorsterin. Am liebsten fabriziert sie das Chaosgeflecht – dabei sind die Zweige kreuz und quer gesponnen und ergeben verschieden Gebilde. Kugeln oder Tiere, Windlichter oder Körbe. „Das ist eine ganz prickelnde Geschichte“, findet die kreative Delmenhorsterin, die ihre Werkstatt in Stuhr hat.

Neun Teilnehmerinnen

Ihre Liebe zu Weidezweigen hat Tanja Teuber vor mehr als zehn Jahren entdeckt – mittlerweile verdient die studierte Gartenbauerin einen Teil ihres Einkommens mit Weideflechtkursen. Am Samstag hat sie mit neun Teilnehmern im RUZ in Hollen Blumen geflochten.

In Wasser einlegen

Damit die eigentlich störrischen Äste so biegsam werden, dass man sie sich ums Handgelenk wickeln kann, braucht es eine gute Vorbereitung. „Die Zweige werden eine Woche lang in Wasser eingeweicht, bevor sie sich verarbeiten lassen“, erklärt die Kursleiterin. Die Grundlage für die dekorativen Blumen ist ein Kreuz aus Weidenzweigen, bei dem einige Zweige durch drei eingeschnittene Weiden gesteckt werden. Um dieses Kreuz herum lassen sich die Äste dann flechten. Um eine farbliche Abwechslung in die Kunstwerke zu bringen, hat Tanja Teuber den Kursteilnehmern frische Äste mitgebracht, die sich mit einem zarten Grün von der braunen Weide absetzen: „Silberpappel oder Hartriegel eignen sich dafür besonders gut.“

Für den Garten

Die Kunstwerke, die bei dem Weideflechtkurs entstanden sind, sollen im heimischen Garten aufgestellt werden, da sind sich alle Teilnehmer einig. Einige haben bereits Flecht-Erfahrung, aber auch für Anfänger sind die großen Blumen offenbar kein Problem. „Der Mensch hat schon immer geflochten, das ist ein sehr altes Handwerk“, sagt Tanja Teuber, „sogar Tiere flechten, zum Beispiel Vögel.“

Wer es auch ausprobieren möchte, hat dazu das nächste Mal am Sonntag, 27. Oktober, von 10 bis 16 Uhr im Umweltzentrum Hollen, Holler Weg 35 in Ganderkesee, Gelegenheit. Dann sollen Krinkelkugeln als Windlicht hergestellt werden.