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Weihnachtsbaumplantage Dunkel Auf der Suche nach dem „Traumbaum“ in Schierbrok

Von Antje Cznottka | 18.12.2015, 19:56 Uhr

Auf der Weihnachtsbaumplantage von Meike Dunkel am Bremer Weg geben sich die Kunden auf der Suche nach ihren „Traumbaum“ die Klinke in die Hand. Besinnlich wird es für die Dunkels erst am Nachmittag des Heiligen Abends.

Rolf Dunkel zieht, ruckt, zerrt mit vollem Körpereinsatz bis sich der knapp drei Meter große Baum „durch die Tonne“ bewegt. Um den Transport des Weihnachtsbaumes zu erleichtern, schiebt Dunkel die verkauften Fichten und Tannen mit dem Stamm voran durch ein sogenanntes Netzgerät und umwickelt den Baum so mit einem Plastikgeflecht. Je dicker der Baum, umso kräftiger müsse gezogen werden, beschreibt Rolf Dunkel, die ersten Schweißperlen auf der Stirn. „Wenn die Kunden mit ihrem Traumbaum den Hof verlassen, dann macht es richtig Spaß“, gibt er zu bedenken. Vor Weihnachten unterstützen er und ein weiterer Helfer Meike Dunkel auf deren Weihnachtsbaumplantage. Von 9.30 bis 16.30 Uhr werden dann Weihnachtsbäume im Akkord verkauft.

Hochsaison auf Weihnachtsbaumplantage von Meike Dunkel

„Hier finde ich die frischesten und schönsten Bäume“, erklärt Kreishandwerksmeisterin Britta Jochims, zahlt, lädt mit den Dunkels ihre 3,50 Meter große Tanne auf den Anhänger und verabschiedet sich. „Wir haben unseren Baum gefunden“, rufen die nächsten Kunden bereits vom hinteren Teil der Plantage. Dass Weihnachten immer näher rückt, ist deutlich zu spüren – allerdings nicht an der ruhigen und besinnlichen Stimmung. Die Kunden gäben sich so kurz vor Weihnachten die Klinke in die Hand. „Am Samstag vor Weihnachten kommen wir richtig in Schwingungen“, sagt Rolf Dunkel und kniet bereits neben der nächsten zu fällenden Fichte.

Sonderwünsche werden auf der Weihnachtsbaumplantage von Meike Dunkel erfüllt

„Fichten, das sind die Pieksigen, gehen gut“, sagt Rolf Dunkel. „Da gehen Katzen nicht rein“, fügt er schmunzelnd an. Auf der Plantage stehen etwa ein Drittel Nordmanntannen und zwei Drittel Fichtenarten. Die Meterpreise liegen zwischen acht Euro für Fichten bis 18 Euro für Nordmanntannen. Die Hälfte der Bäume auf der Plantage sind allerdings noch nicht verkaufsbereit. Dunkels setzen im Frühjahr neue Bäume dort, wo Weihnachtsbäume verkauft wurden. Die etwa 20 Zentimeter großen Setzlinge sind drei Jahre alt. „Eine Fichte braucht sieben bis acht Jahre, eine Nordmanntanne zehn bis 15 Jahre um eineinhalb Meter groß zu werden“, erklärt Meike Dunkel. „Wir hatten es aber auch schon, dass jemand einen der 30-Zentimeter-Baum für ein Kinderzimmer wollte“, berichtet Rolf Dunkel.

Weihnachtsbäume frisch gefällt

„Ab November können die Leute kommen und sich ihren Baum aussuchen“, berichtet Meike Dunkel. Damit die Dunkels nicht dann schon jede freie Minute auf der Plantage verbringen müssen, haben sie sich ein System ausgedacht: Einen Großteil der Bäume auf der Plantage zieren jeweils zwei rote oder gelbe Zettel mit dem Namen des zukünftigen Besitzers. Günter Teichert hat vor Wochen schon rote Zettel aus einer Box an der Einfahrt der Plantage geholt und mit seinem und den Namen seiner Töchter beschriftet, bevor er sie an den ausgesuchten Weihnachtsbäumen befestigt hat.

Weihnachtsbaum auf Bestellung

„Ich bin ins Feld gegangen und dann stand der Baum rechts“, berichtet Bärbel Lamping und schaut sich suchend um. Auch sie und ihr Mann haben einen Baum mit Namensschild versehen, finden ihn nun aber auf dem einen Hektar großen Gelände nicht gleich wieder. „Wir müssen zum Feld zehn“, ruft Rolf Dunkel. Weil das nicht zum ersten Mal passiere, habe seine Frau wie in jedem Jahr eine Liste mit den Namen auf den Schildchen angelegt und sie den nummerierten Feldern der Plantage zugeordnet. „Die Bäume hier sind nicht so gespritzt. Ich bin allergisch und die Bäume hier machen mir weniger Probleme“, erklärt Lamping. Dafür lohne sich auch die Suche.

„Keine hässlichen Bäume“ auf der Weihnachtsbaumplantage von Meike Dunkel

Auch Meike und Rolf Dunkels Weihnachtsbaum kommt von der Plantage. „Er wird mit Äpfeln aus Plastik und Schleifen geschmückt“, beschreibt Rolf Dunkel. Die Dunkels suchten aber gezielt nach einem asymmetrischen, einem „Eckbaum“. „Es gibt schließlich keine hässlichen Bäume, sondern nur die falsche Betrachtungsweise“, merkt Peter Klepp an und verstaut seinen Traumbaum im Auto.