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Werbung für Novellierung im Wassergesetz Ganderkeseer Grüne: „Grundwasser gehört nicht den Bauern“

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 11.03.2017, 14:21 Uhr

In der Debatte um eine geplante Änderung im Niedersächsischen Wassergesetz haben die Grünen am Samstag vor einem Supermarkt in Ganderkesee für die Pläne der rot-grünen Landesregierung geworben. Im Gemeinderat werde der Ton diesbezüglich rauer.

Mit einer eindeutigen Botschaft wandten sich die Grünen an die Bürger: „Das Grundwasser gehört nicht den Bauern.“ „Es müssen weniger Tiere gehalten werden“, fordert Werner Köhler, Vorsitzender der Ganderkeseer Grünen, „wo soll die Gülle denn hin?“ Die Ausbringung durch Dünge- und Pflanzenschutzmittel würde das Grundwasser fortschreitend vergiften. An eine Reduzierung der Düngung durch entsprechende Technik bei der Ausbringung glaubt Köhler nicht. „Ich finde, da wird uns was vorgegaukelt. Die Masse an Gülle ist da.“

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Das angestrebte Verbot, nitrat- und phosphathaltige Düngemittel auf einem Randstreifen von jeweils fünf Metern Breite beiderseits von Gewässern ausbringen zu dürfen, befürworten die Ganderkeseer Grünen. Die Positionen von grünen Politikern und Landwirten gehen dabei weit auseinander. Die Bauern befürchten einen enormen Wertverlust von landwirtschaftlichen Flächen, besonders in von Gräben durchzogenen Bereichen. 

„Im Rat wird der Ton rauer“, sagt Köhler. Dennoch sucht das Landvolk den Dialog mit den Vertretern der Grünen. In zwei Wochen wollen sich beide Seiten an einen Tisch setzen, um über die geplante Novellierung zu diskutieren.

„Wasser steht an erster Stelle“

Aus Sicht der Grünen gehe es darum, die Qualität der Fließgewässer mit der Veränderung im Wassergesetz zu erhalten, erklärt Reinhold Schütte, Kreistagsabgeordneter der Grünen im Landkreis Oldenburg. Argumente der Landwirte wie Entwertung von Flächen und „kalte Enteignung“ nennen die beiden Grünen „Kampfbegriffe“. „Es ist nicht so, dass Flächen wertlos werden, nur dass der Ertrag nicht so hoch ist“, sagt Schütte, „das Wasser steht immer an erster Stelle.“