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Werke von Maria-Anna Nordiek Ausstellung zeigt Plastiken zum Unterwegssein in Hude

Von Antje Cznottka | 06.01.2016, 19:00 Uhr

In ihren Werken beschäftigt sich die Sandhatter Künstlerin Maria-Anna Nordiek mit dem wörtlichen als auch dem metaphorischen Unterwegssein. Zu sehen sind ihre Plastiken in der Klostermühle ab Sonntag, 10. Januar, ab 15 Uhr.

Die Arbeiten in der Ausstellung „Woher Wohin“ erinnern laut Frank L. Giesen von der Galerie am Stall, der die Ausstellung in der Klostermühle in Hude organisiert, an szenische Inszenierungen von Menschen in Bewegung. „Die Plastiken von Maria-Anna Nordiek beinhalten Menschen, die unterwegs sind – auch metaphorisch – aus der Vergangenheit in die ungewisse Zukunft“, erklärt der Galerist.

Plastiken zeigen Menschen in überdimensionierter Umgebung

Diese Personen fänden sich in den Plastiken oft in überdimensionierter Umgebung wieder, wirkten absichtlich verloren. Die Silberfiguren in Nordieks Skulpturen bestehen ursprünglich aus Plastik. Erst im Schleudergussverfahren werde Silber in die Formen gebracht, das wiederum das Plastik verbrennt und dann ersetzt. „So entstehen auch spannende Oberflächen“, berichtet Nordiek.

Preisträgerin des Kunst- und Kulturpreises des Landkreises Oldenburg

„Das Thema, das Maria-Anna Nordiek bewegt, sind Existenzen, die sich in einer übermächtigen Welt behaupten müssen“, berichtet Giesen. So beschäftigt sich Nordiek in einem Werk auch mit dem Flüchtlingsthema. „Die Boote sind ein Verweis auf die aktuelle Lage. Flucht und das Unterwegssein in unwirtlichen Umständen ist aber schon ein ganz altes Thema“, beschreibt Nordiek, die 2014 auch mit dem Kunst- und Kulturpreis des Landkreises Oldenburg ausgezeichnet wurde – ebenso wie Galerist Frank L. Giesen. „Wir haben einen Tag vor der Preisverkündung die Ausstellung verabredet“, erinnert sich Giesen. Zweimal im Jahr organisiert er auf Einladung der Gemeinde Hude Ausstellungen in der Klostermühle.

Materialien in Nordieks Werken haben langen Weg hinter sich

Die insgesamt 30 Motive der Ausstellung leben auch von den interessanten Materialien, die Nordiek als Kulissen nutzt. Denn so wie die Menschen in den Plastiken waren auch die Materialien unterwegs. So bilden unter anderem Bohrkerne, ein Fachwerkbalken und eine alte Zinkwanne, die von Südamerika nach Spiekeroog gereist war, die Grundlagen für die Plastiken. Eines der jüngsten Werke sei ein alter Gartentisch, den Nordiek, nachdem sie ihn entdeckt hatte, drei Monate lang mit Säure und Regenwasser bearbeitet habe.

Dr. Irmtraud Rippl-Manß spricht bei Ausstellungseröffnung

„Es braucht immer Zeit, die Details herzustellen“, beschreibt Nordiek den Arbeitsprozess. „Man bewegt sich in der Welt, macht sich Gedanken, und dann sieht man ein Objekt und sagt, das passt.“ Bei der Eröffnung der Ausstellung in Hude am Sonntag, 10. Januar, ab 15 Uhr in der Klostermühle, Von-Witzleben-Allee, wird Dr. Irmtraud Rippl-Manß einführen. Bis Sonntag, 31. Januar, sind Nordieks Plastiken und Objekte donnerstags bis samstags, 14 bis 17 Uhr, und sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen.