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Werkstattprojekt in Ganderkesee Räder werden für Bedürftige wieder auf Vordermann gebracht

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 14.05.2016, 20:40 Uhr

Im Ganderkeseer Gewerbegebiet Westtangente gibt es ein neues Werkstattprojekt, in dem Räder für Bedürftige und für Flüchtlinge repariert werden. Das Werkstattteam kann nicht nur Räder, sondern auch Einzelteile und Werkzeuge gebrauchen.

„Wir freuen uns über jede Spende.“ Das betont Willi Albers, bei der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) Standortleiter eines neuen Werkstattprojekts an der Schultze-Delitzsch-Straße im Gewerbegebiet Westtangente. Dort sind seit dem 1. Februar dieses Jahres insgesamt 25 langzeitarbeitslose Frauen und Männer beschäftigt. Drei von ihnen sind in der Werkstatt tätig, in der Räder repariert und für etwa 20 bis 25 Euro an Bedürftige weitergegeben werden, so Albers.

Zusammenarbeit mit Arbeitskreis Flüchtlinge

Bedürftige seien beispielsweise Personen, die auch zur Tafel kommen, um sich dort mit Lebensmitteln zu versorgen, informiert der Standortleiter. Darüber hinaus würden auch Räder an Flüchtlinge abgegeben – so wie vor Kurzem, als nach telefonischer Absprache drei Flüchtlinge aus Wildeshausen gekommen seien, um sich reparierte Drahtesel abzuholen. Ganz eng arbeite die Werkstatt mit dem Ganderkeseer Arbeitskreis Flüchtlinge zusammen, für den derzeit etwa fünf bis sechs Räder pro Woche wieder auf Vordermann gebracht würden. Auffällig sei dabei, dass die meisten männlichen Flüchtlinge – weshalb auch immer – Damenräder bevorzugten, so Albers, der die Werkstattgruppe gerne noch um eine Kraft verstärken möchte, weil immer mehr Räder zu reparieren seien.

Werkstattteam sucht weitere Räder

Trotzdem appelliert Albers: „Wir können noch jede Menge Fahrräder gebrauchen, die selbst nicht mehr benötigt werden – vielleicht von Oma und Opa, die nicht mehr mit dem Rad unterwegs sind.“ Das Werkstattteam schaue sich die Räder an und entscheide, ob sie reparabel sind oder ob man Teile davon für andere Zweiräder nutzen kann. Der LEB-Standortleiter, in dessen Werkstatt bisher rund 80 Drahtesel wieder fahrtüchtig gemacht worden seien, sucht allerdings nicht nur ganze Räder für Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer. Es würden auch Einzelteile von der Kette über den Rahmen bis hin zur Klingel benötigt – „eigentlich alles rund ums Fahrrad, was man so übrig hat“, so Albers, der sich darüber hinaus auch über Werkzeuge freuen würde.

Vorher Kontakt über Telefon oder per E-Mai

Wer das Projekt mit unterstützen möchte, sollte die Spenden allerdings nicht einfach vorbeibringen oder vor die Tür legen. Vielmehr wünscht sich LEB-Standortleiter vorher den Kontakt über Telefon (04222) 9462591 oder per E-Mail an wilhelm.albers@leb.de oder werkstatt-ga@leb.de. Das gilt auch für diejenigen, die sich zu den Bedürftigen zählen und gerne ein Fahrrad hätten.