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Weser-Ems-Bus übernimmt vom Bürgerbus Neue Haltestellen für Linie 220 in Ganderkesee

Von Antje Cznottka, Antje Cznottka | 28.07.2016, 19:47 Uhr

Weser-Ems-Bus übernimmt die Linie 220 des Bürgerbusses. Durch den Einsatz eines größeren Busses können einige Haltestellen dann nicht mehr bedient werden.

Ab Donnerstag, 4. August, wird ein Niederflurbus der Weser-Ems-Bus (WEB) Fahrgäste auf der Linie 220 befördern, die bisher vom Bürgerbusverein Ganderkesee bedient wurde. „Zukünftig wird ein Bus mit 40 Sitzplätzen plus Stehplätzen und Platz für Rollatoren, Rollstühle und Kinderwagen zum Einsatz kommen“, kündigt Andreas Schulz von WEB an. Darauf hatten sich die Gemeinde Ganderkesee, der Landkreis Oldenburg, der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) und der Bürgerbusverein geeinigt.

Die größeren Linienbusse könnten allerdings nicht mehr alle altbekannten Haltestellen anfahren, gibt Schulz zu bedenken. „Probefahrten haben gezeigt, dass Veränderungen im Fahr- und Haltestellenplan nötig sind“, erklärt er.

Bürgerbus-Linie 220 fährt neue Haltestellen an

In Bookholzberg entfällt daher die Haltestelle „Harmenhauser Straße“. Allerdings wird dafür eine Haltestelle „THW“ eingerichtet. Die Haltestellen „Apfelallee“ und „Volksbank“ werden von der neuen Haltestelle „Friedensweg“ ersetzt, sobald die Umleitung in Bookholzberg aufgehoben ist. Die „DRK-Wohnanlage“ kann mit dem Niederflurbus nicht mehr angefahren werden. „Hier wird der Fußweg für die Fahrgäste länger“, gibt Schulz zu bedenken. Die Haltestelle „An der Ellerbäke“ wird auf Höhe der Huder Straße in die Fischbeckstraße verlegt. Außerdem wird am östlichen Ende der Fischbeckstraße eine gleichnamige Haltestelle eingerichtet. Die Gemeinde habe hier Gespräche mit Grundstücksbesitzern aufgenommen, um einen kürzeren Fußweg über ein Privatgrundstück anzulegen. „Allerdings konnten wir hier bisher noch keine Übereinstimmung erzielen“, berichtet Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung.

Haltestelle bei Famila fällt in Ganderkesee weg

In Ganderkesee entfallen die Haltestellen „Famila“ und „B 75/Bookhorner Weg“. Auf den Fahrten nach Falkenburg testet WEB die zusätzliche Haltestelle „Schulze-Delitsch-Straße“ bei der Ländlichen Erwachsenenbildung. Die Haltestelle „Im Welsetal“ wird nur in Fahrtrichtung nach Ganderkesee bedient. Die Strecke nach Steinkimmen, Bergedorf, Bürstel und Immer wird nicht mehr angefahren. „Kein Fahrplan ist in Stein gemeißelt. Wir werden die Auslastung beobachten und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen“, kündigt Schulz an.

„Zeitlich soll ein Zwei-Stunden-Rhythmus eingehalten werden. Darum wird der Bus eine halbe Stunde Pause in Ganderkesee einlegen“, erklärt Rolf Kuhlmann vom Bürgerbusverein. Auch die Anschlüsse zu anderen Linien des Bürgerbusses sollen weiter gewährleistet werden.

Einsatz Weser-Ems-Busse in Ganderkesee kostet 108.000 Euro.

Die Zuschüsse zu den Gesamtkosten des Einsatzes der WEB-Busse auf der Linie 220 von 108.000 Euro teilen die Gemeinde, der Landkreis und ZVBN unter sich auf. „Ab 4. August zahlt die Gemeinde bis zum Ende des Jahres 15.500 Euro an WEB“, präzisiert Meyer. Der Bürgerbus erhält derzeit jährlich von der Gemeinde finanzielle Mittel in Höhe von 25.000 Euro. Während zwei Bürgerbusse wegen der verstärkten Nachfrage im Einsatz waren, stockte die Gemeinde das Budget um 2800 Euro auf. Als schließlich ein Bürgerbus und ein WEB-Bus mit 25 Plätzen auf der Linie 220 im Einsatz waren, beteiligte sich die Gemeinde mit 11.500 Euro an den WEB-Kosten.

Bürgerbus befördert 4800 Menschen im April 2016

Der Tandemverkehr und schließlich die Übergabe der Linie 220 an WEB war nötig geworden, da die Fahrgastzahlen stark angestiegen waren. „Im April hat der Bürgerbus mit 4800 Fahrgästen einen Allzeitrekord aufgestellt. Damit ist Ganderkesee mindestens unter den Top 5 der Bürgerbusse bundesweit“, fasst Stefan Bendrien vom ZVBN zusammen. Ein Bürgerbus allein könne bei voller Auslastung 1500 Personen pro Monat befördern. Der Bürgerbusverein hatte diese Nachfrage nicht mehr abdecken können. „Wir haben aber bereits neue Ideen. Die werden wir aber erst intensiv verfolgen, wenn wir von allen Seiten grünes Licht haben“, kündigte Hanna Otter-Sandstedt vom Bürgerbusverein an.