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Wettbewerb in Ganderkesee Schüler sollen wissen, wie Landwirtschaft funktioniert

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 21.11.2017, 11:05 Uhr

„Es geht uns nicht um weichgespülte Berichte.“ Das hat Onno Osterloh, Landwirt aus Immer, in einem dk-Interview zum Wettbewerb „Expedition in die Landwirtschaft“ mitgeteilt, der sich an Schüler der weiterführenden Schulen wendet und im nächsten Jahr wiederholt wird.

Herr Osterloh, nach der Premiere des Wettbewerbs „Expedition in die Landwirtschaft“ in diesem Jahr soll es 2018 weitergehen. Was steckt hinter dieser Aktion?

Onno Osterloh, Landwirt aus Immer und Vorstandsmitglied beim Kreislandvolk: Wir wollen Jugendliche auf unsere Höfe holen und ihnen vor Ort zeigen, wie Landwirtschaft funktioniert. Wir haben festgestellt, dass viele junge Menschen keine Ahnung haben, was bei uns passiert und wo die Lebensmittel genau herkommen.

Wodurch haben Sie das gemerkt?

Ich habe vier Kinder, die zur Schule gehen. Und die sind immer wieder zu mir und meiner Frau gekommen und haben gesagt, dass ihre Schulkameraden überhaupt nichts über Landwirtschaft wissen. Daraufhin hatte ich im vergangenen Jahr zur Zeit des Ernteballs die Idee zu diesem Wettbewerb. Zusammen mit Thale Alfs vom Kreislandvolkverband und Heike Hohnholt von den Kreislandfrauen ist dann „Expedition in die Landwirtschaft“ entwickelt worden.

Und einen Preis gab es auch?

Wir wollten einen Anreiz für die Jugendlichen schaffen mitzumachen. Die Klasse 6c des Ganderkeseer Gymnasiums hat eine Stadionführung bei Werder Bremen gewonnen. Diesen Preis soll es auch im nächsten Jahr geben. Und beispielsweise auch einen Besuch bei den EWE-Baskets in Oldenburg.

Ab wann geht΄s wieder los?

Ab sofort können sich Schulen bei Thale Alfs in Huntlosen unter Telefon (04487) 750115 oder per Mail an alfs.klv.ol@ewe.net melden. Mitmachen können Schüler ab Klasse fünf. Ich habe jetzt schon gehört, dass möglicherweise sechs Klassen des Gymnasiums mit dabei sein wollen.

Und wie sieht das dann genau aus?

Die Schulen teilen mit, was sie interessiert – zum Beispiel „Vom Korn zum Brot“, „Landwirtschaft früher und heute“ oder „Wo gibt es Produkte aus der Region zu kaufen“ – und dann kann es in die Betriebe gehen. Diese Besuche sollten möglichst bis zu den Sommerferien abgeschlossen sein. Danach sollen die Klassen ein Ergebnis erarbeiten und einer Jury aus Landwirt, Biologin, Landfrau und Lehrer präsentieren. Ganz wichtig dabei: Es geht uns nicht um weichgespülte Berichte. Die Jugendlichen sollen frei und offen berichten.

Also auch kritisch?

Mit uns können beispielsweise auch elfte Klassen über Grundwasser und Tierhaltung diskutieren. Da wird es sicherlich auch kritisch.

Gibt es denn genug Landwirte in der Gemeinde, die sich zur Verfügung stellen?

Ich habe noch nichts Ablehnendes gehört. Im Gegenteil: Bei einer gemeinsamen Sitzung, bei der längst nicht alle mit dabei waren, haben sich 20 sofort für diese Aktion begeistert und sich bereit erklärt, ihre Türen zu öffnen.

Danach wird dann wohl nicht mehr gefragt, ob es tatsächlich lila Kühe gibt, oder?

Inzwischen macht ein anderes schönes Beispiel die Runde: Heumilch werde anscheinend gerne von Veganern gekauft, weil sie nicht von der Kuh kommt.