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„Wilde Lesung“ kommt mäßig an Richter galoppiert in Ganderkesee durch Karl Mays Leben

Von Lennart Bonk, Lennart Bonk | 02.12.2017, 20:18 Uhr

Mit einer „wilden Lesung“ über Karl Mays Leben war Ilja Richter in der Ganderkeseer Tischlerei Sandkuhl zu Gast. Nicht jeder Zuhörer konnte seinem Programm etwas abgewinnen.

Als ein „unermüdliches Multi-Talent“ kündigte Carsten Wichmann, Geschäftsführer der Tischlerei Sandkuhl, den Autor an, der die nunmehr zehnte Ausgabe der Weihnachtslesung der „Ideentischlerei“ gestalten sollte. Zahlreiche Sandkuhl-Kunden sowie Gäste säumten am Freitagabend in Scharren die Ausstellungshalle der Tischlerei an der Dehlthuner Straße um den bekannten Ehrengast zu sehen. Niemand geringeres als der Moderator der Kult-Fernsehsendung „Disco“ war zu Gast: Ilja Richter.

„Wilde Lesung mit Musik“

Mit „Vergesst Winnetou“ war der Abend mit dem kultigen Moderator überschrieben. Als eine „wilde Lesung mit Musik“ wurde sein Programm vorab angekündigt. Die Ankündigung hielt, was sie versprach. Von der ersten Minute seines Auftrittes an, setzte Richter, der mit „Vergesst Winnetou“ in der vergangenen Woche in Berlin Premiere feierte, zu einer rasanten Reise durch das Leben des Autors Karl May an.

Richter schildert lebhaft Mays Werdegang

Ein Reigen an Zitaten und Texten aus Literatur und Presse über den Winnetou-Schöpfer, gefolgt von Sketchen oder musikalischen Zwischenspielen prasselte auf das Publikum im Dauerfeuer ein. Lebhaft schilderte Richter Mays Werdegang vom Kleinkriminellen hin zum meistgelesenen deutschsprachigen Autor. Mit seinen Lügengeschichten hätte der erfolgreiche Autor auch in die USA auswandern, um dort Präsident zu werden, meinte Richter scherzhaft. Dem lachenden Publikum entgegnete er darauf hin augenzwinkernd: „Sie lachen zu Recht. Ein Krimineller als US-Präsident – undenkbar.“

Zuschauer: „Das ist mir zu anstrengend“

Mit seiner „wilden Lesung“ konnte Richter allerdings nicht auf ganzer Linie überzeugen. Einige Zuhörer traten die Heimreise frühzeitig an. „Das ist mir zu anstrengend“, sagte ein Zuschauer beim Verlassen.