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Windenergie in Harpstedt Fachausschuss treibt Windkraft in Harpstedt voran

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 05.02.2016, 16:55 Uhr

Die Samtgemeinde Harpstedt treibt die Planung voran, Windkraft auf bestimmte Bereiche zu konzentrieren. Bürgerprotest begleitet die Fachausschusssitzung.

Die Samtgemeinde Harpstedt hält an der Absicht fest, beiderseits der Autobahn 1, vor allem im Dreieck mit der Bundesstraße 213, große Potenzialflächen für die Windenergie auszuweisen. Demonstrative Aktionen von Windkraft-Gegnern und zahlreichen Einwendungen betroffener Bürger im Planungsverfahren zum Trotz empfiehlt eine deutliche Mehrheit im Planungsausschuss dem Samtgemeinderat, den Flächennutzungsplan so zu ändern, dass Windkraft-Projekte in den begrenzten Bereichen konzentriert werden.

Spalier der Windkraft-Gegner

Die Besucher und Mitglieder des Planungsausschusses gelangten nur durch ein Spalier von Windkraft-Gegnern in den Saal des Gasthofs Beneking in Beckeln. Plakate machten deutlich, dass die Gegner Gesundheitsgefahren und die Zerstörung des Landschaftsbilds befürchten. „Als Hausherr hätte ich die Aktion unterbinden können. Mir liegt aber an einer möglichst entspannten Diskussion“, sagte Günter Wöbse (CDU), der Vorsitzende des Ausschusses.

Beitrag zur Energiewende

Allerdings wiesen er und Bürgermeister Herwig Wöbse Äußerungen im Vorfeld der Sitzung energisch zurück, Ratspolitiker, Planer und Gutachter seien als Erfüllungsgehilfen der Windkraft-Projektoren tätig. Die Samtgemeinde wolle ihren Teil zur Energiewende beitragen. Die Absicht, Windkraftanlagen auf einigen Flächen zu konzentrieren und andere Bereiche der Gemeinde davon freizuhalten, sei schon vor etlichen Jahren beschlossen worden. Dass vier Gemeinden, vor allem Prinzhöfte, betroffen sind und vier nicht, sei einem von der Samtgemeinde beschlossenen Ranking geschuldet, das jetzt nicht mehr infrage gestellt werden dürfe, sagte Hans-Jürgen Greszik (SPD).

Detailplanung Sache der Gemeinden

Deutlich kritisiert wurde von Bürgern, dass eine dicke Sitzungsvorlage innerhalb weniger Tage durchzuackern gewesen sei. Auch einige Ausschussmitglieder bemängelten das und enthielten sich der Stimme. Einige Themen wie die Abstandsregelungen zu Wohnhäusern, Natur- und Landschaftsschutz wurden nicht näher behandelt. Sie sollen behandelt werden, wenn detaillierte Bebauungspläne in den groben Flächennutzungsplan eingearbeitet werden. Dafür sind die einzelnen Gemeinden zuständig.