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Windparks im Landkreis Oldenburg Naturpark Wildeshauser Geest von Windparks bedroht

Von Reiner Haase | 05.11.2015, 17:20 Uhr

Die Nachbarschaft von fünf Windparks ruft Proteste hervor. Die FDP wirft dem Landkreis Oldenburg Untätigkeit vor und spricht von unheiligen Allianzen.

Die FDP-Fraktion im Kreistag greift Klagen von Bürgern über die Verspargelung des Landkreises Oldenburg mit Windkraftanlagen auf und wirft Behörden Untätigkeit vor. Ein besonderes Problemgebiet ist für die FDP der Raum Bundesstraße 213/Autobahn 1. Hier lägen in einem Sechs-Kilometer-Quadrat fünf Windparks: Hengsterholz, Haidhäuser, Uhlhorn, Klein Henstedter Heide und Wunderburg. „Leider weigert sich der Landkreis Oldenburg als untere Naturschutzbehörde und zuständig für den Regionalen Raumordnungsplan, hier steuernd einzugreifen“, bemängelt der Abgeordnete Christian Heins.

21 Windräder zwischen Biotopen

In den letzten Wochen habe die FDP-Fraktion in mehreren Gesprächen mit der Kreisverwaltung gebeten, raumplanerisch tätig zu werden, ergänzt Fraktionschef Ernst-August Bode. „Man war jedoch nicht einmal bereit, das Gebiet Klein Henstedter Heide mit seinen vielen Biotopen, in der ein Windpark mit jetzt 21 Anlagen entstehen soll, anlässlich einer Fachausschusssitzung zu bereisen“, so Bode. Das sei unverständlich. Andere Landkreise hätten die Abstände zwischen einzelnen Windparks auf vier oder fünf Kilometer festgelegt.

FDP fordert mehr Abstand

Die FDP greift auch die Forderung in anderen Bundesländern auf, zur Wohnbebauung einen Mindestabstand von einem Kilometer einzuhalten. In der Klein Henstedter Heide sind es laut Planung 600 Meter.

Tourismus gefährdet

Fünf Windparks in einem Kerngebiet des Naturparks Wildeshauser Geest – das steht für die FDP in krassem Widerspruch zu den Bemühungen, den sanften Tourismus und die Naherholung anzukurbeln. „Wer will da noch mit dem Rad fahren oder sogar Urlaub machen? Warum setzt der Landkreis sein lebens- und liebenswertes Image aufs Spiel?“, fragt sich der FDP-Fraktionschef.

Verzicht auf Einfluss

Der schonende Umgang mit der Natur und Landschaft sei ein Ziel der von der Bundesregierung formulierten „Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie“, und sie sei von der Politik und der Verwaltung vor Ort weitestgehend beeinflussbar. „Leider Fehlanzeige“, stellt Bode fest. Es scheine eine unheilige Allianz von Bürgermeistern oder Mehrheiten der Ratsmitglieder, Grundstückseignern, meist Landwirten, Banken und Projektierern zu geben. „Dabei spielen die betroffenen Bürger, die sich wegen Lärm und Infraschall um ihre Gesundheit und ihr Eigentum sorgen, überhaupt keine Rolle, genauso wenig wie der Schutz der Landschaft oder der Tier- und Pflanzenwelt“, klagt Bode.